Modellprojekt zum Einsatz von Drohnen

Münsters Feuerwehr hebt ab

Münster

Bei der Suche nach vermissten Personen und zur Erkundung der Lage bei Großfeuern: Die Feuerwehr in Münster setzt künftig auf den Einsatz von Drohnen. Dafür wird eine Spezialeinheit ausgebildet.

Helmut P. Etzkorn

Künftig mit der Drohne im Einsatz (v.l.): Mathias Heist und Gottfried Wingler-Scholz (Berufsfeuerwehr) sowie Dr. Hauke Speth und Benjamin Schürholt (Institut der Feuerwehr NRW). Foto: hpe

Münsters Feuerwehr hebt ab – im wahrsten Sinne des Wortes: In einem NRW-Modellprojekt in Zusammenarbeit mit dem an der Wolbecker Straße angesiedelten Institut der Feuerwehr (IdF) wird die Feuerwehr nun den Praxiseinsatz von Drohnen in der lokalen Gefahrenabwehr testen.

Bei der Suche nach vermissten Personen, Messungen über brennenden Gebäuden und Waldflächen sowie zur schnellen Erkundung der Lage beispielsweise bei Großfeuern kann die Drohne dem Einsatzleiter wichtige Daten liefern. „Sie kann bei fast jedem Wetter aufsteigen, viel tiefer und günstiger als ein Hubschrauber fliegen und ist auch in der Lage, beispielsweise in eingestürzten Gebäuden verschüttete Bereiche abzusuchen, ohne die eigenen Leute zu gefährden“, so Dr. Hauke Speth vom Feuerwehr-Institut.

Münsters Feuerwehrchef Gottfried Wingler-Scholz hat jetzt mit dem Feuerwehr-Institut eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, gemeinsam will man eine Einheit zur Führungsunterstützung aus der Luft ausbauen.

Überblick über Einsatzlagen

Die „Spezialeinheit Drohnen“ wird im Löschzug Altstadt der Freiwilligen Feuerwehr beheimatet sein. Rund 15 Wehrleute sollen in den kommenden Monaten als Fernpiloten und Einsatzspezialisten für unbemannte Luftfahrtsysteme ausgebildet werden. Zunächst steht ein vierwöchiges Online-Seminar mit dem IdF auf dem Programm, dann geht es an das Praxistraining. Wingler-Scholz will noch im Sommer mit dem Probebetrieb während laufender Einsätze beginnen.

„Wir müssen ein Gespür dafür entwickeln, wo uns die Drohne hilfreich unterstützen kann“, so der Feuerwehrchef. Technisch wird es später möglich sein, beispielsweise Luftbilder von einem brennenden Haus direkt in die Leitstelle zu funken. Für die Koordination vor Ort ist es dann viel besser möglich, sich ein Bild vom Ausmaß des Geschehens verschaffen zu können. „Bislang hatten wir nur die Drehleiter zum Blick von oben auf das Einsatzgeschehen, aber eine Drohne mit Wärmebildkamera ist viel flexibler“, so Chefausbilder Mathias Heist.

„Eine neue Ära“

Die Spezialeinheit aus Münster soll auch bei überregionalen Ereignissen in NRW wie Großwaldbränden oder Hochwasserlagen zum Einsatz kommen. „Brandherde in unwegsamen Gebiet werden schneller lokalisiert, und der Blick von oben hilft auch, Suchtrupps am Boden zu unterstützen“, so Speth. Insgesamt werde durch die Bereicherung des Live-Bildes in der Einsatz-Koordination „eine neue Ära eingeläutet“, so die Feuerwehr

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