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Seit Samstag Maskenpflicht in der Fußgängerzone

Nach und nach wird es besser

Lengerich/Tecklen...

Gernot Gierschner

Lengerichs Fußgängerzone am Samstag: Die Maskenpflicht zeigt offenbar Wirkung. Foto: Gernot Gierschner

Zentrales Element der vom Kreis erlassen Verfügung ist die Verschärfung der Maskenpflicht. Getragen werden muss sie nun in Fußgängerzonen, Bahnhöfen und auf Vorplätzen, in Bereichen vor gastronomischen Betrieben und auf Parkflächen mit mehr als zehn Stellplätzen. Auch die Regeln für geschlossene Räume wurden verschärft. Es gilt ab sofort Maskenpflicht an Sitz- oder Stehplätzen bei Veranstaltungen (unter anderem Konzerte, Aufführungen und Sportveranstaltungen).

Am frühen Samstagmorgen hatten sich die verschärften Vorgaben offenbar noch nicht herumgesprochen, die meisten Passanten in der Lengericher Fußgängerzone waren noch ohne Maske unterwegs. Darauf angesprochen, reagierten die meisten mit einem verständnislosen Kopfschütteln. Das änderte sich spürbar, nachdem Mitarbeiter des städtischen Fachdienstes Sicherheit und Ordnung begonnen hatten, im gesamten Innenstadtbereich Hinweisschilder aufzustellen.

Fachdienstleiter Martin Pogrifke war mit vier Kollegen im Einsatz. „Wir konzentrieren uns heute darauf, die Warnschilder aufzustellen. Natürlich werden wir die Bürger, die keine Maske tragen, auf die neuen Regeln hinweisen. Bußgelder werden wir aber heute noch nicht verhängen“, sagte Po-grifke. Das wird sich seinen Worten zufolge im Laufe der Woche aber ändern, dann soll eine härtere Gangart eingeschlagen werden.

Gegen Mittag konnte man feststellen, dass nun die überwiegende Mehrzahl der Menschen mit Masken unterwegs war. Auffällig wenige Radfahrer hielten sich allerdings an die Vorgabe. Vielleicht das Problem: Es war weder aus der Verordnung des Kreises noch aus den Schildern der Stadt klar ersichtlich, ob die Pflicht auch für sie gilt. Eine junge Frau konnte für sich den Sinn der Maßnahme ohnehin nicht erkennen. „Ich komme doch niemandem zu nah“, lautete ihre erstaunte Antwort. Wobei es sich bei der Maskenpflicht um eine generelle Maßnahme handelt, unabhängig davon, wie viele Menschen sich im öffentlichen Raum bewegen.

Auf den Parkplätzen am Markt oder den Einkaufszentren, auf denen ebenfalls Maskenpflicht herrscht, hielt sich die Akzeptanz für die erweiterte Maskenpflicht in Grenzen. An diesen Orten war der Ton rauer als in der Fußgängerzone und das Unverständnis größer: „So ein Schwachsinn!“, „Jetzt spinnen die komplett!“, oder „Halte mich eh nicht dran!“, lauteten einige Stellungnahmen.

Anders die Situation in der Tecklenburger Altstadt. Auch ohne Hinweisschilder traf man überwiegend maskierte Besucher. Ladenbesitzer, die dabei waren ihre Ware vor den Geschäften zu platzieren, sprachen vorübergehende Menschen ohne Maske direkt an und informierten freundlich und höflich über die neuen Vorschriften. Dazu gab es die Bitte, doch auch selbst diese Information an andere weiterzugeben. „Wenn wir uns alle daranhalten, schaffen wir es vielleicht, einen Lockdown zu verhindern“, meinte eine Geschäftsfrau. Ihre Hoffnung sei aber gering, zu schnell und zu stark stiegen die Infektionszahlen an. „Wir lassen niemanden ohne Maske oder nur mit einem Visier in den Laden, da verzichten wir lieber auf den Umsatz“.

Überhaupt traf man in Tecklenburg am Samstag eher verständnisvolle Menschen, die – wie sie sagten – schon mit weiteren Einschränkungen gerechnet hätten. „Man sieht ja jeden Abend die Horrorzahlen im Fernsehen,“ erklärte eine ältere Dame. „Dass sie aber jetzt so schnell steigen, macht doch Angst“, ergänzte ihr Begleiter.

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