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Nachbarinnen im Wahlkampf

Svenja Schulze und Maria Klein-Schmeink werben auf der Stubengasse

Münster

Das Spitzenpersonal von SPD und Grünen im Wahlkampf auf der Stubengasse: Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und die grüne stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende Maria Klein Schmeink warben am Samstag in unmittelbarer Nachbarschaft um Stimmen. Bemerkenswert: Die SPD-Politikerin setzte auf Umweltpolitik, die Grüne auf Soziales.

Von Klaus Möllers

Svenja Schulze (Mitte) stellte sich Fragen von Standbesuchern und diskutierte mit den Passanten auf dem Stubengassenplatz. Foto: klm

Eine Ministerin, bewacht von bewaffneten Personenschützern auf der einen Seite – und eine Bundestagsabgeordnete, die Besuchern vegane Waffeln anbietet, auf der anderen. Die äußeren Umstände unterschieden sich am Samstag beträchtlich, als die beiden münsterischen Direktkandidatinnen für die Bundestagswahl, Svenja Schulze (SPD) und Maria Klein-Schmeink (Grüne) auf der Stubengasse für sich und ihre Parteien im Bundestagswahlkampf warben.

Schulze mit Sicherheitspersonal

Schulze hatte als aktuelle Bundesumweltministerin außer ihrem lokalen Wahlkampfteam, ganz nach Protokoll, Sicherheitspersonal des Bundeskriminalamtes um sich. Einschreiten musste es nicht – wie bei Schulzes Konkurrentin Klein-Schmeink am nur fünf Meter entfernten Infostand gaben sich vielmehr Interessierte mit ihren Fragen zu Politik und Person sinnbildlich „die Klinke in die Hand“.

Konkurrenz von nebenan

„Wir wollen beide die Stimmen der Menschen. Das ist der Wettbewerb demokratischer Parteien“, sagte Schulze auf Nachfrage, wie sie die unmittelbare Konkurrenz „nebenan“ sehe. Gleichzeitig betonte sie aber auch „die Gemeinsamkeiten“ mit Klein-Schmeink und den Grünen, mit denen sie schließlich „sieben Jahre in einer rot-grünen Landesregierung“ gewesen sei. Auf der Stubengasse war ihr Schwerpunkt in Gesprächen mit Bürgern – dem Amt entsprechend – vor allem die Umweltpolitik. „Wir werben um Stimmen für die SPD und für unseren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Und ich möchte den Wahlkreis gewinnen“, so Schulze.

Klein-Schmeink, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages und stellvertretende Fraktionsvorsitzende, trat mit ihren Wahlkampfleuten mit dem Thema „Stärkung von Familien und Kindern“ an. „Das ist eine der zentralen Zukunftsfragen nach dem Klimaschutz“, erklärte sie. „Ein Großteil der Familienförderung konzentriert sich auf einkommensstarke Haushalte. Das wollen wir umkehren“, so Klein-Schmeink. Deutlich bedacht, die eigenen grünen Positionen hervorzuheben. Wobei Schulze überzeugt war: „Die SPD hat das beste Konzept für eine soziale und ökologische Zukunft.“ Klein-Schmeink: „Wir sind sozial weitaus ambitionierter als die SPD.“

Wahlkämpferinnen sind per Du

Die Konkurrenz am Nebentisch, so betonte Klein-Schmeink ebenfalls, „störe“ sie nicht. Vielmehr sei ihre Partei nach der Bundestagswahl „zu einer Zusammenarbeit bereit“. Dass die beiden Wahlkämpferinnen persönlich gut miteinander auskommen, wurde auch klar, als sie sich zwischen den Ständen mit den Vornamen begrüßten. Die Stubengasse war so ein Platz der rot-grünen Schnittmenge.

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