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Bürgerstiftung organisiert Konzert-Tournee zu Seniorenheimen

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Münster

Musik ist für alle da: Im roten Doppeldeckerbus fuhren am Mittwochnachmittag zwei Blechbläser-Ensembles zu fünf Seniorenheimen in der ganzen Stadt. Die Stiftung Bürger für Münster hat die Konzert-Tournee ermöglicht.

Von Lukas Speckmannund

. Foto: Joachim Busch

Erstes Stück ist die Eurovisions-Fanfare von Charpentier. Die Älteren erinnern sich vielleicht: Das wurde früher vor internationalen Fernsehshows gespielt. Und tatsächlich öffnen sich bei den ersten Takten die Fenster und Türen zum Hof des „Domicil Aaseehof“, und das Publikum kommt heraus. Was ist denn hier los?

Musik – live und bei freiem Eintritt! Zu Beginn der Corona-Krise hat die Stiftung Bürger für Münster ihr Projekt „Das Klingende Seniorenheim“ ins Leben gerufen, seitdem fanden bereits über 200 Terrassenkonzerte statt. Mehr als 50 Musikerinnen und Musiker spielten in dieser Zeit vor 30 Senioren- oder Pflege-Einrichtungen. Einmal, um ihr Publikum ein wenig am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen. Aber auch, um in der Pandemie überhaupt eine Auftrittsmöglichkeit zu haben. „Damit bekommen zwei besonders hart betroffene Gruppen Aufmerksamkeit“, sagt Stiftungs-Geschäftsführerin Anne Leusmann.

Das Oberdeck als Podium

Am Mittwoch gab es den Auftakt einer besonderen Tournee: Ein Ensemble des Posaunenchors der Westfälischen Wilhelms-Universität und das verwegene Trio „Corona Brass Brothers“ fuhr im roten Stadtrundfahrts-Doppeldecker quer durch die Stadt: zum „Domicil Aaseehof“, zum Johanniter-Stift im Geistviertel, zu einer Wohnungseinrichtung der Gemeindediakonie in Hiltrup, zum Seniorenzentrum „Mitten in Mauritz“ und schließlich zur Senioreneinrichtung am Tibusplatz. Eigentlich sollte das offene Oberdeck die Bühne sein, aber nicht überall kann ein so großer Bus vorfahren.

Schadet nichts, im Hof ist die Akustik prima. Der WWU-Posaunenchor legt ein Medley der schönsten Kirchenlieder vor, und das Publikum gerät bei „Geh aus, mein Herz“ ganz aus dem Häuschen. Viel Beifall bekommt vor allem der leidenschaftliche Vortrag von „Hevenu schalom alejchem“ – vielleicht mit Blick auf die Ereignisse im Nahen Osten? Ein Bewohner des Johanniter-Stifts hat die britische Fahne gehisst: Er wird von Elgars „Land of Hope and Glory“ begrüßt. Und die „Brass Brothers“ setzen einen drauf und eröffnen ihren Vortrag mit der „Internationalen“. „Das kennen die Älteren“, sagt Helmut Buntjer augenzwinkernd.

Das von Spenden finanzierte Projekt soll fortgesetzt werden. In der kommenden Woche steuert der Bus Einrichtungen in Gievenbeck und Coerde an.

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