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Konferenz bringt Wissenschaft und Wirtschaft zusammen

Nanotechnologie ist in Münster „mega“

Münster

Am Dienstag startet in Münster die diesmal digital veranstaltete Nano-Konferenz mit großer internationaler Beteiligung. Die Experten sagen: Ohne die Universaltechnologie geht bei der Entwicklung von für Medizinprodukte, Computertechnologie oder Batteriezellen fast nichts mehr.

Karin Völker

Das „SoN“, das „Center for soft Nano-Science“ an der Busso-Peus-Straße, ist einer der wichtigen Bausteine für den Erfolg von Nanotechnologie in Münster. Hier werden Nanostrukturen in flüssigen Materialien erforscht. Foto: Karin Völker

Enno Fuchs, neuer Leiter der Wirtschaftsförderung Münster, hat die Beziehung von Münster und der Nanotechnologie in einen griffigen Slogan gegossen: „Münster macht aus Nano mega“, formuliert Fuchs. Dass die Wissenschaft von den allerkleinsten Teilchen in Münster eine ganz große Sache ist, soll sich ab dem heutigen Dienstag bei der mittlerweile neunten Nanokonferenz zeigen.

Im vergangenen Jahr sollte das Gipfeltreffen zwischen Forschern und Wirtschaftsvertretern bereits in Münster stattfinden – es fiel wegen der Pandemie ganz aus. Jetzt soll kein weiteres Jahr ohne Austausch vergehen: Bis zum Donnerstag versammeln sich die knapp 400 angemeldeten Teilnehmer digital zu Vorträgen und zum virtuellen Messerundgang, zu dem auch NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart an den münsterischen Hafen ins „Digital Hub“ kommt.

Europaweit einer der wichtigsten Standorte

Der Nanowissenschaftler Prof. Dr. Harald Fuchs vom Physikalischen Institut der Universität Münster hat „Nano“ in Münster über Jahrzehnte vorangetrieben und die Stadt mittlerweile „zu einem der europaweit wichtigsten Standorte“ für Forschung und Anwendung in diesem Bereich entwickelt, wie Enno Fuchs betont. Die Nanotechnologie, also die Möglichkeit, Teilchen in Materialien auf Atomebene nicht nur zu analysieren, sondern mit ihnen auf Oberflächen zu operieren, habe in den vergangenen zehn Jahren ihr Anwendungsspektrum „enorm erweitert“, so Harald Fuchs. Die Trendthemen KI und Quantentechnologie seinen ohne Nanotechnologie „gar nicht denkbar“, so der Wissenschaftler.

Medizin, Bioanalytik, Batterieforschung

Bisher spielt „Nano“ bei Forschung, Entwicklung und Anwendung vor allem in der Medizin, der Bioanalytik und der Batterieforschung in Münster eine zentrale Rolle. Auch beim bald in Münster startenden Mega-Projekt „Forschungsfertigung Batteriezelle“ spiele Nanotechnologie eine der Hauptrollen, so Harald Fuchs. „Erst die Detailverbesserung der Batterien bringt am Ende die Produktreife“, prognostiziert Harald Kremer vom Cluster Mikrowerkstoffe NRW.

Und auch die in Deutschland entwickelten mRNA-Impfstoffe gegen das Corona-Virus wären ohne die Operation mit den Nanostrukturen nicht denkbar gewesen – ein Thema, das bei der Konferenz mit großer internationaler Beteiligung eine starke Rolle spielen werde, betont Enno Fuchs.

Motor für Wissenschaft und Wirtschaft

Für die münsterische Wirtschaft und ohnehin die naturwissenschaftlichen Disziplinen der Universität Münster hat sich das Themas durch beherzte Förderung zu einem Markenzeichen und Motor für Forschung und Wirtschaft entwickelt, meint Harald Fuchs.

Als sich Land, Universität und auch die Stadt vor 20 Jahren für den Bau des Centech entschieden, sei damit der Grundstein für die jetzige Entwicklung gelegt worden. Inzwischen ist das Centech erweitert worden, nebenan steht der Neubau des „Center for Soft Nano-Science“ (SoN). Das Nanobioanalytik-Zentrum bietet für Unternehmen aus der Branche die notwendige anspruchsvolle technische In­frastruktur.

Inzwischen arbeiten in Münster rund 30 Unternehmen mit 1000 Beschäftigten im Bereich Nanotechnologie.

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