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Schaden durch Sturmtief „Friederike“

Naturdenkmal im Sentmaringer Park stirbt

Münster

Knapp 100 Jahre lang hat die Buche allen Stürmen getrotzt. Doch Tief „Friederike“ machte dem Naturdenkmal im Sentmaringer Park den Garaus. Der Schaden ist irreversibel.

Bettina Laerbusch

Der tiefe Riss nach „Friederike“ ist unübersehbar und laut Grünflächenamt irreversibel. Foto: Matthias Ahlke

Das ist eine ganz bittere Nachricht für all diejenigen, die die alte Buche im Sentmaringer Park gut kennen und sich an ihr oft erfreuen: Dieses Naturdenkmal wird – wenn überhaupt – nur noch drei, vier Jahre überstehen. Das sagte am Donnerstagnachmittag nach einer weiteren Prüfung und Besprechung auf Nachfrage Franz-Josef Gövert, Abteilungsleiter im Grünflächenamt der Stadt.

„Friederike“ mit ihren unglaublich starken Böen hat einen tiefen Spalt in der gewaltigen Buche hinterlassen. Schon von weitem ist das helle Holz zu sehen. Wie mit einem Messer gezogen zieht sich der Riss durch den Stamm. Die Fachleute haben nun – genau eine Woche nach dem Orkan – festgestellt, dass sich Pilze und Fäulnis in der Buche bilden.

Morsche Teilbereiche habe es in dem Naturdenkmal auch schon vor „Friederike“ gegeben, ist Gövert sicher. Doch dadurch, dass der Baum jetzt durch den Riss ungeschützt sei, beschleunige sich der Verfallsprozess noch. Den Spalt zu schließen, Gövert sprach von „rückgängig machen“, sei unmöglich. „Das ist irreversibel.“ Auch Körbe oder Gitter würden dem Baum nicht helfen.

Die Stadt werde nun Fachfirmen beauftragen und ermitteln, was es kosten würde, den Baum so zu sichern, dass er die nächsten drei, vier Jahre erhalten bleibt. Doch Franz-Josef Gövert machte auch deutlich, dass die Buche gefällt werden müsse, wenn der Aufwand für Sicherungsmaßnahmen – nicht zuletzt bei weiteren Stürmen – zu groß sei.

Mitarbeiter des Grünflächenamts haben den Stamm erst einmal mit Spanngurten gesichert. Foto: Matthias Ahlke

Die Buche ist um die 100 Jahre alt. Vor 25 Jahren wurde sie Naturdenkmal. Zu jenem Zeitpunkt, so Gövert, war sie 29 Meter hoch und hatte einen Stammumfang von 5,15 Metern. Der Kronendurchmesser lag sogar bei 32 Metern.

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