1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Neu im Allwetterzoo: Rote Pandas

  6. >

Mischung aus Teddybär und Schmusekatze

Neu im Allwetterzoo: Rote Pandas

Münster

Im Allwetterzoo leben jetzt zwei Pandas. Nicht die schwarz-weißen Bären aus China, sondern die echten roten Katzenbären. Die sind so knuffig, dass sie mit Sicherheit zu Publikumslieblingen werden.

Lukas Speckmann

Der Rote Panda ist ein echter Hingucker: Seit Montag ist das neue Außengehege hinter dem Zoorestaurant geöffnet. Foto: Matthias Ahlke

Die beiden heißen Kamala und Kalaiya, und sie sind waschechte Engländerinnen – aus Colchester/Essex gebürtig. Wenige Tage vor dem Vollzug des Brexit im vergangenen Dezember gelang ihnen noch rasch die legale Einreise in die EU, sonst wäre ihr Umzug nach Münster mit ziemlicher Sicherheit gescheitert. Seitdem befinden sich die beiden zweijährigen Weibchen in Obhut der Tierpfleger, die ihnen erstmal mehrere Wochen Ruhe und ärztliche Beobachtung gönnten. Seit Sonntagabend sind sie draußen – als erste Westliche Rote Pandas der münsterischen Geschichte. Willkommen im Allwetterzoo!

Rote Pandas sind die eigentlichen Pandas – ihr Name leitet sich vom nepalesischen Wort für „Bambusfresser“ ab. Ihr bekannter Namensvetter, der große schwarz-weiße Bär aus China, frisst auch gerne Bambus, deshalb die Namensgleichheit. Ansonsten haben die beiden Arten nicht viel miteinander zu tun: Rote Pandas erinnern ein bisschen an dunkelrote Waschbären, sind aber viel knuffiger – wie eine Mischung aus Teddybär und Schmusekatze. Das Geschwisterpaar Kamala und Kalaiya hat deshalb das Zeug zum echten Publikumsliebling.

Zooverein gibt 50 000 Euro dazu

Das ist der Grund, warum im Allwetterzoo schon zu Jörg Adlers Zeiten über Rote Pandas nachgedacht wurde. Was fehlte, war ein geeignetes Quartier. Bis ein bislang kaum beachtetes Grundstück ins Auge fiel: eine schmucklose, von Unkraut überwucherte Fläche zwischen Zoo-Restaurant und Geparden-Gehege. Die wurde vom Zoo-Team mit viel Liebe und Muskelkraft zur Panda-Anlage umgebaut. Das Ganze hat der Zooverein ermöglicht: Mit einer 50 000-Euro-Spende war der Großteil der Kosten bereits gedeckt.

Neu im Allwetterzoo: die beiden Westlichen Roten Pandas Kamala und Kalaiya Foto: spe

Zwei Ahorne wurden soweit zurückgeschnitten, dass eine Panda-Flucht zumindest erschwert wird. Zugleich bieten die Bäume viel Klettermöglichkeit, Schlafplätze und Rückzugsräume – und einen freien Blick auf die „Solaaris“ an ihrer Anlegestelle. Sollte sich nach ein, zwei Jahren herausstellen, dass der Allwetterzoo mit der Panda-Zucht beginnen könnte, müsste das Gehege für ein männliches Tier noch erheblich erweitert werden.

Wahre Ausbruchskünstler

Ihre erste Bewährungsprobe haben Kamala und Kalaiya übrigens schon bestanden: Sie sind nicht abgehauen. Das ist Roten Pandas durchaus zuzutrauen, wie Simone Schehka berichtet; an ihrer alten Wirkungsstätte in Hannover galten die sportlichen Kleinbären als wahre Ausbruchskünstler.

Ab Donnerstag (13. Mai) bietet der Allwetterzoo als Willkommensgeschenk ein „Panda-Quiz“ an. Und lädt zur öffentlichen Panda-Fütterung um 15.30 Uhr ein.

Roter Panda

Der Rote Panda, auch Kleiner Panda oder Katzenbär, stammt aus dem Himalaya, wo er in Wäldern in Höhen von 1500 bis 4000 Metern einzelgängerisch lebt. Die Art gilt als bedroht, weil der Lebensraum immer mehr in unverbundene Einzelteile zerfällt; 10 000 Tiere soll es in freier Wildbahn noch geben. Der Allwetterzoo unterstützt das Panda-Schutzgebiet in Nepal und beteiligt sich am Erhalt der Art: Rund 450 Rote Pandas zählt das Erhaltungsprogramm EEP in europäischen Zoos. Die Tiere ernähren sich überwiegend von Bambusschösslingen und anderer Pflanzenkost, verschmähen aber auch Insekten, Mäuse oder Vogeleier nicht.

Startseite
ANZEIGE