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Missbrauchsprozess: Psychiatrisches Gutachten über Marco S.

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Münster

Einzig Carina V. scheint im großen Missbrauchsprozess Münster nicht mit einer Sicherungsverwahrung rechnen zu müssen. Den vier angeklagten Männern aber droht diese Maßnahme. Am Dienstag wurde das Gutachten zu Marco S. aus Hannover erstattet.

Am 42. Verhandlungstag erstattete die psychiatrische Sachverständige das Gutachten über Marko S. Foto: Oliver Werner

Im Missbrauchsprozess gegen den Münsteraner Adrian V. und vier weitere Angeklagte vor dem hiesigen Landgericht ist am Dienstag das psychiatrische Sachverständigengutachten zu Marco S. aus Hannover vorgelegt worden. Ihm droht – wie den drei anderen in diesem Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern angeklagten Männern – nach Verbüßung einer mehrjährigen Freiheitsstrafe die Sicherungsverwahrung. Zumindest was seine Computer-Kenntnisse angeht, bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass sich der 36-Jährige nach einer Entlassung wieder kinderpornografisches Material beschaffen könnte, soll die Gutachterin, die am 42. Verhandlungstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit vortrug, festgestellt haben.

Im Gefängnis in Dortmund, wo Marco S. in Untersuchungshaft sitzt, soll er sich hingegen bereits in mehreren Therapiestunden mit einer Psychologin seiner Pädophilie stellen, wie es heißt. Deshalb soll die besagte Mitarbeiterin der Justizvollzugsanstalt am Donnerstag als Zeugin in dem Verfahren gehört werden. Auch ein Vorstandsmitglied des Kleingartenvereins, wo es in einer Laube zu schwersten Missbrauchshandlungen an Kindern gekommen ist, soll zu diesem Termin auf Antrag der Verteidigung von Carina V. vernommen werden. Es geht dabei um die Überlassung der Laube an ihren Sohn.

Verteidigung will Gutachter zu Jugendamt hören

Unterdessen beantragte Dr. Winfried Rath, Verteidiger von Adrian V., den Gutachter Prof. Dr. Christian Schrapper als Zeugen zu hören, der Schwachstellen im städtischen Jugendamt ausgemacht hatte. Rath will klären lassen, ob eine fortdauernde Betreuung der Familie des einschlägig vorbestraften Adrian V. womöglich hätte helfen können, einige der Straftaten zu verhindern.

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