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Neues Platt-Buch von Otto Pötter

Manfred Bruns

Münster - Wer dieses Buch zur Hand nimmt und darin liest, wird es kaum weglegen, bis er es vollständig gelesen hat. Gemeint ist das neue Buch „Notizen von Fietsen un Miezen“ von Otto Pötter. Neben „Hackemaih“ und „Kalennerblättkes“ ist es bereits das dritte Buch des 62-jährigen Autors. Otto Pötter zählt zu den bekanntesten Autoren des Münsterländer Platt.

Die Notizen enthalten Erzählungen aus dem Alltag, nette Döönkes, Nachdenkliches, schöne Naturbeschreibungen und „was von früher“. Mit seinen leicht erzählten Episoden und Gedichten - mal heiter, mal „sinnig“ - versteht es der Schriftsteller, dem Leser das Gefühl zu geben, er halte gerade mit einem guten alten Bekannten ein schönes Schwätzchen.

Aber warum gerade auf Plattdeutsch? „In unserer alten Heimatsprache lassen sich die natürlichen Begebenheiten des Lebens viel besser ausdrücken als im Hochdeutschen“, so der Geschichtenerzähler.

Diese Buchveröffentlichung ist sicherlich im Sinne vieler Münsteraner, die der plattdeutschen Sprache noch mächtig sind. Doch leider wissen viele Leser mit der Heimatsprache nichts mehr anzufangen. „Platt sprechen wie mein Eltern kann ich nicht mehr, aber etwas verstehe ich noch“, sagen oft junge Leute. „Es wäre schade, wenn eines Tages dieses unwiederbringliche Kulturgut für immer verloren geht“, meint der Schreiber. Otto Pötter pflegt die Niederdeutsche Sprache als Element seiner heimatlichen Kultur: „Platt ist kein Dialekt, sondern die Ursprache meiner Heimat - mehr als tausend Jahre alt und damit weitaus älter als das Hochdeutsche. Im Plattdeutschen offenbart sich unsere Seele.“

Doch wie hat der ehemalige Amtmann sein Herz an die plattdeutsche Sprache verloren? Pötter war drei Jahre lang Entwicklungshelfer im Hochland von Mexiko. Die Bundesrepublik in Nordamerika erkennt neben spanisch als Amtssprache offiziell 63 indigene Sprachen an. Doch die verlieren mit der Zeit an Bedeutung und geraten mehr und mehr in Vergessenheit - wie die plattdeutsche Sprache auch. Diese Erkenntnis aus Mexiko war die Initialzündung: „Ich erkannte, wie wichtig es ist, dieses über zig Generationen gewachsene Kulturgut, so gut und so lange es noch geht, zu pflegen.“ Seither hat Pötter sich zur Aufgabe gemacht, „das Plattdeutsche in meiner Heimat mit feinen Sinnen zu pflegen.“

Neben der plattdeutschen Sprache hat es dem Schriftsteller die Psychologie angetan. Er ist er als psychologischer Berater tätig. Mit Themen wie „Zufrieden älter werden“ oder „Jedem steht sein Tag bevor“ ist Pötter in der Erwachsenenbildung mit Vorträgen, Seminaren und Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung, positiver Lebensgestaltung und sinn­orientierter Lebensverwirklichung tätig.

Seine gefragten Klosterseminare in der gesamten Bundesrepublik - verbunden mit einem Kurzurlaub in stiller Abgeschiedenheit - sind gut besucht. In der Ruhe des Klosters werden in mehrtägigen Workshops Themen wie „Zufrieden älter werden“ oder „Sinnvoll leben“ erörtert. Ein solcher Anlaufpunkt ganz in der Nähe ist die Katholische Akademie Stapelfeld.

» Das plattdeutsche Buch „Notizen von Fietsen un Miezen“ ist im Aschendorff-Verlag Münster erschienen.

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