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Präsentation im LWL-Naturkundemuseum

Neues Raubsaurier-Modell: „Monster von Minden“ als 3D-Druck

Münster

Im LWL-Naturkundemuseum kann ab sofort ein weiteres Sauriermodell bewundert werden. Fachleute haben aus wenigen Knochenresten einen 3-D-Druck angefertigt. Das Tier, das vor 165 Millionen Jahren in der Gegend von Minden lebte, war der größte Raubsaurier seiner Zeit in Mitteleuropa.

Martin Kalitschke

Enthüllten am Mittwoch das Modell eines Raubsauriers, dessen Überreste in Minden entdeckt wurden (v.l.): Dr. Achim Schwermann (Dino-Experte des LWL), Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger (LWL-Kulturdezernentin) und Dr. Ole Kriegs (Leiter des LWL-Naturkundemuseums in Münster). Foto: Matthias Ahlke

Dino-Experten bezeichnen ihn als „Monster von Minden“: Der Raubsaurier, dessen versteinerte Überreste vor 22 Jahren in einem Steinbruch im Wiehengebirge entdeckt wurden, war acht Meter lang, zwei Meter groß, zwei Tonnen schwer – und hatte Zähne so groß wie Smartphones. Ab sofort ist er im Naturkundemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu bewundern – als lebensgroßes Modell.

Der Saurier lebte vor 165 Millionen Jahren und war damals der größte Raubsaurier Mitteleuropas. Im heutigen Westfalen herrschte tropisches Klima, die Region war von Wasser bedeckt – es gab allerdings Inseln, und auf denen lebte der „Wiehen­ator albati“ (so sein wissenschaftlicher Name). Weltweit ist bislang nur ein einziges Exemplar dieser Gattung freigelegt worden – was einem Zufall zu verdanken ist. Aus jener Zeit blieben hierzulande nur Meeresablagerungen erhalten, der tote Saurier muss also als Landbewohner ins Wasser gerutscht sein. „Ein Glücksfall“, schwärmt Dino-Experte Dr. Achim Schwermann.

Rekonstruktion per 3D-Druck

In einer Museumsvitrine werden die Original-Knochen präsentiert: ein paar Zähne, Wirbel, Rippen sowie Teile des Unterschenkels und des Schädels von „Wiehenator albati“. Gemessen an der Größe des Fleischfressers ist das nicht mehr als ein kleiner Knochenhaufen. Doch der reichte aus, um ein komplettes Tier zu rekonstruieren.

Die fossilen Überreste wurden vermessen, aus den Daten druckten Fachleute ein 3D-Modell. Für die Fehlstellen wurde die Erscheinungsform naher Verwandter der Riesenechse als Vorlage genommen. Insgesamt acht Wochen arbeitete ein niedersächsisches Unternehmen an dem lebensechten Modell. Schließlich rekonstruierten Modellbauer das äußere Erscheinungsbild.

Dino-Fund im Mindener Raum

„Westfalen ist Dino-Land“, betont LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Nirgendwo in Mitteleuropa seien in den vergangenen Jahrzehnten so viele Saurier-Knochen gefunden worden. Bereits an diesem Donnerstag werde der nächste bedeutende Dino-Fund im Mindener Raum von Wissenschaftlern des LWL geborgen: der Fußabdruck eines Sauriers, der etwas kleiner als der 1998 freigelegte Raubsaurier war. Für Rüschoff-Parzinger sind die westfälischen Saurier-Funde „nationale Kulturgüter“, für den Direktor des LWL-Museums für Naturkunde, Dr. Ole Kriegs, sind sie in Verbindung mit dem jetzt präsentierten Modell „ein Kulturschatz für jedermann“.

Das Raubsaurier-Modell wird ab sofort in der Schausammlung des Naturkundemuseums präsentiert. Nach Abschluss des Umbaus des Hauses, voraussichtlich 2024 oder 2025, soll es zusammen mit weiteren Modellen im Freien aufgestellt werden, berichtet Kriegs – in einem neuen „Erlebnisbereich“. Der Baubeschluss für die Sanierung des Planetariums soll laut Rüschoff-Parzinger in der nächsten Sitzung des LWL-Kulturausschusses gefasst werden, der Baubeschluss für den Umbau des Museums in einem Jahr.

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