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Funkamateure feiern Städtepartnerschaft

Neujahrswünsche nach Israel

Münster

Die Münsteraner Funkamateure senden mit ihrer Funkstation auf dem Harsewinkeklplatz bis in Münsters israelischer Partnerstadt Rishon LeZion. Und schicken die Neujahrswünsche im September gleich mit.

Von Jan-David Runte

Die Funkamateure (v.l.) Dirk Uhlenbrock, Achim Rogmann, Burkhard Meisel und Ralf Heisterkamp vor der Funkstation Foto: Oliver Werner

„Israel steht!“, ruft jemand an der Funkstation, die aussieht wie ein überdimensioniertes Radio. Dann können die Funkamateure mit einem Gleichgesinnten aus Münsters israelischer Partnerstadt Rishon LeZion kommunizieren. Jedoch nicht über ein Handmikrofon, dafür sei die improvisierte Antenne zu schwach, erklärt einer. Stattdessen hört man auf dem Harsewinkelplatz eine Viertelstunde lang das ikonische Summen von Morsezeichen – die ließen sich leichter über große Entfernungen übertragen. „Ich habe ihm Grüße von der Partnerstadt übermittelt und ein frohes Neues Jahr gewünscht“, sagt Achim Rogmann. In Israel feiere man dieses Jahr am 7. September den Jahreswechsel.

Technische Herausforderungen

Die Verbindung nach Israel herzustellen, war nicht leicht: „Das ist immer ein bisschen Try and Error“, weiß Rogmann. Besonders mitten in der Stadt sei es eine Herausforderung. Am besten stehen Funkantennen nämlich auf möglichst hohen Orten ohne viele Störfaktoren.

Um auf sich aufmerksam zu machen, ist ein einsamer Berg aber recht ungeeignet, deswegen haben die münsterischen Funkamateure am Freitag ihren Infostand auf dem Harsewinkelplatz in der Innenstadt aufgebaut. Neben einer Funkstation, mit der sie in die verschiedensten Teile Europas funken, gibt es auch Infomaterial zum Thema und einen Bastelstand, an dem Kinder mit Lötbausätzen an die Elektrotechnik herangeführt werden.

Ein vielseitiges Hobby

Burkhard Meisel hat Kinder schon früher für das Funken begeistert. Der pensionierte Mathe- und Physiklehrer sieht Funken als ein perfektes Hobby: „Es fordert geistige Fähigkeiten und ist integrativ. Unter den Funkern gibt es beispielsweise auch viele blinde Menschen.“ Zudem trage es zur Völkerverständigung bei. „Man lernt interessante Leute aus der ganzen Welt kennen“, sagt Meisel. Einmal habe er einen Funkamateur aus Litauen kennengelernt: „Wir sprachen erst Englisch miteinander und dann stellte sich heraus, dass er Professor für Germanistik ist.“

Ob die Funkamateure irgendwann auf einfachere Kommunikationsformen umsteigen? „Das ist ja unser Hobby, ob das Sinn macht oder nicht, ist da erst einmal egal“, sagt Dirk Uhlenbrock.

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