1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Noch eine Promenade für Münster

  6. >

Dr. Allnoch spekuliert über die Fahrrad-Zukunft der Stadt

Noch eine Promenade für Münster

Münster

Münster braucht noch eine Promenade. Meint Dr. Norbert Allnoch. Warum, das erklärt er uns hier.

Günter Benning

Dr. Norbert Allnoch mit dem Plan des zweiten Promenadenrings.  Foto: Günter Benning

Die Karte überrascht. Auf den ersten Blick. Und danach auch. Dr. Norbert Allnoch hat Münsters Promenade grün markiert. Und dann einen zweiten Ring eingezeichnet. Einmal rund um die Stadt, sein zweiter Promenadenring „Das eröffnet Perspektiven für die Wirtschaft – und die Freizeit“, sagt der münsterische Energie-Experte. Er will die Idee demnächst in die politische Debatte einbringen.

Wer steckt hinter der Idee?

Norbert Allnoch ist Direktor des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien. Mit zehn Mitarbeiterin betreut er über 30 Internetseiten, die sich mit Energiefragen befassen. Seit 1982 ist er im Geschäft.

So ist der Verlauf der zweiten Promenade, wie sie sich Norbert Allnoch vorstellt. Foto: Günter Benning

Manches, was er in den 80ern für regenerative Energie prophezeit hat, ist heute normal. Und wurde früher belächelt.

Seinen alternativen Radplan für Münster hat er als Mitglied im Klima-Beirat der Stadt Münster ersonnen: „Münster ist eine tolle Stadt“, sagt er, „sie hat international einen Ruf als Fahrradstadt. Weil man das Fahrrad hier lebt.“

Stadtteile miteinander vernetzen

Wenn die Stadt, wie prognostiziert, weiter wächst, dann müssten auch die Verkehrsbeziehungen sich ändern. Und nicht nur in Stoßrichtung auf das Zentrum. Ein zweiter Promenadenring würde Stadtteile miteinander vernetzen. Er würde Arbeits- und Lebensräume verknüpfen. Er hätte einen hohen Freizeitwert. Vor allem, wenn er den Charme der vorhandenen Promenade kopiert: Schattenspendende Linden, Windschutz durch Hecken, klare Linienführung. Und Querverbindungen zwischen den beiden Promenaden, die auf Allnochs Karte wie die Speichen eines Carbonrads aussehen.

Allnoch gibt es zu: „Das ist meine Idee.“ Seine Freunde fänden sie gut. Aber bisher hat er keinen Experten um seine Meinung gefragt.

Die Meinung eines Experten 

Münsters Verkehrsplaner Michael Milde, der auf Anfrage der Redaktion einen Blick auf die Karte wirft, findet die Idee nicht schlecht: „Tatsächlich haben wir ja bereits einige Wege auf der Trasse“, sagt er. Manche der von Allnoch markierten Strecken gibt es bereits, fast ein Viertel der Route würde entlang einer Güterverkehrsstrecke der Bahn laufen, die heute von Mecklenbeck bis nach Handorf verläuft. Ob man dort allerdings parallel Radwege anlegen könne, fragt der Verkehrsplaner, sei unsicher. Da seien viele Grundstückseigentümer im Spiel.

Allerdings stimmt auch der städtische Planer mit Allnoch überein, dass es im Radverkehr zunehmend auch auf die Verknüpfungen und den Tangentialverkehr ankommt. Also zum Beispiel auf Verbindungen zwischen Mecklenbeck und Gremmendorf.

Milde: „So ein Weg wäre sicher auch touristisch interessant.“

Mehr zum Thema

Vorfahrtsregelung auf der Promenade: Kleine Änderung, große Symbolwirkung

Vorfahrtsregelung auf der Promenade: Dürfen 50 Autos Vorfahrt vor 15.000 Radfahrern haben?

"Ein neuer Naherholungsraum"

Für Allnoch kommt es auch weniger auf die schnelle Umsetzung als auf die langfristige Entwicklung an. Eine 20 Kilometer lange Promenade um die Stadt wäre nämlich ein neuer Naherholungsraum: „Da könnte man auch Gastronomie ansiedeln.“ Und Parkplätze für Naherholer, die in die Stadt radeln wollen. Und warum nicht den Marathon dahin verlegen: „Zweimal rund um die Promenade.“

Zum Thema

Sagen Sie uns, was Sie von der Idee eines zweiten Promenadenrings halten. Email an: redaktion.ms@zeitungsgruppe.ms

Startseite