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Verkehrsexperten nehmen Stellung zu möglichen Folgen einer WLE-Reaktivierung für das Busnetz

„Noch ist nichts in Stein gemeißelt“

Münster-Südost

„Mit Reaktivierung der WLE-Strecke werden die Buslinien 8, R32 und S30 durch den Schienen-Personennahverkehr teilweise oder ganz ersetzt.“ Dieser Satz steht auf Seite 15 eines umfassenden Gutachtens des Ingenieur-Büros Spiekermann aus dem Jahr 2010. Und genau daran entzündet sich ein Großteil der Kritik von Bürgern und Bürgerinnen im Bezirk Münster-Südost.

Iris Sauer-Waltermann

Zum Hintergrund: Seit langem ist geplant, den 1975 eingestellten Personenverkehr auf dem Schienenabschnitt Münster-Neubeckum wieder aufleben zu lassen. Zurzeit verkehren auf dieser Strecke der WLE (Westfälische Landeseisenbahn) nur Güterzüge.

Per Bus ist Wolbeck heute im Wesentlichen über die Linie 8 (über Angelmodde/Albersloher Weg) und die Linie 22 (Wolbecker Straße) mit Münster verbunden. Durch Wolbeck bis nach Münster führen außerdem die Linien R32 (Sendenhorst/Wolbeck/Wolbecker Straße/Münster) und S20 (Beckum/Sendenhorst/Albersoh/Wolbecker Straße/Münster). Falls, wie vorgesehen, eine Personenzug-Verbindung im 20-Minuten-Takt von Wolbeck bis zum Hauptbahnhof Wirklichkeit werden sollte, so befürchten viele Menschen, käme es zu drastischen Einschränkungen im Busverkehr. Unsere Zeitung fragte nach dem aktuellen Stand der Prognosen.

Ralf Renkhoff ist beim Amt für Stadtplanung zuständig für Verkehrsuntersuchungen. Er gibt zu, dass die entsprechende Stelle im Gutachten ungeschickt formuliert ist. Er stellt aber klar, was die Buslinien angehe, sei „noch nichts in Stein gemeißelt“. Vielmehr müsse man in Zukunft prüfen, welche Streckenabschnitte von der Bahn genau übernommen würden – und welche nicht.

Dementsprechend werde das Busliniennetz angepasst. „Und zwar an die Situation, wie sie sich dann in Zukunft darstellt.“ Es würden keine Buslinien einfach gestrichen, sondern die Streckenführung der künftigen Situation angepasst.

In die gleiche Richtung argumentiert auch Michael Geuckler. Der Geschäftsführer des Zweckverbands SPNV (Schienen-Personen-Nahverkehr) Münsterland verweist darauf, dass die Stadtentwicklung in vollem Gange sei, Münster wachse ständig. Vor ein paar Jahren etwa habe man noch nicht gewusst, dass die Engländer die York-Kaserne und viele Siedlungen in Münster-Südost verlassen und dass diese Stadtteile zahlreiche Neubürger anziehen würden. Auch in Wolbeck gebe es neue Wohngebiete.

„Dazu kommt der wachsende Verkehr auf dem Albersloher Weg“, ergänzt Geuck­ler. Diese Informationen hätten bei dem sechs Jahre alten Gutachten noch nicht vorgelegen, würden jedoch in ein neues Buskonzept einfließen.

Geuckler verweist darauf, dass „Buslinien in anderen Stadtteilen – wie etwa Hiltrup, Roxel und Albachten – auch keine Konkurrenz zu bestehenden Bahnstrecken darstellen. Sie ergänzen diese sinnvoll.“

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