1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Noel Wesemann schafft sein Abitur trotz schwerer Erkrankung

  6. >

Patient am UKM

Noel Wesemann schafft sein Abitur trotz schwerer Erkrankung

Münster

Als Noel Wesemann 17 Jahre alt ist, wird bei ihm Colitis Ulcerosa diagnostiziert - eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung. Mehr als zwei Monate wird er in der Uniklinik Münster behandelt. Und "nebenbei" hat er sein Abitur bestanden...

 

Kinder- und Jugendmediziner Dr. Thomas Kaiser betreut Noel Wesemann auch nach der Operation weiter. Foto: UKM

Noel Wesemann hat, für einen gerade 18-jährigen Mann, in diesem Jahr keinen leichten Weg hinter sich. Während er aufgrund der Krankheit Colitis Ulcerosa, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, über zwei Monate am Universitätsklinikum Münster (UKM) in Behandlung war, lief der Schulalltag in der Abschlussklasse in seinem Gymnasium in Hamm weiter.

Trotzdem hat Noel Wesemann das Abitur geschafft. „Ich bin für eine Prüfung sogar aus der Klinik nach Hamm gefahren, habe teilgenommen und dann bin ich sofort wieder zurück ins Krankenhaus“, sagt er in einer Pressemitteilung des UKM. Noel war noch 17 Jahre alt, als bei ihm Colitis Ulcerosa diagnostiziert wurde „Es fing mit blutigem Stuhl an“, erklärt der jetzt 18-Jährige.

Schwerer Krankheitsverlauf macht OP notwendig

„Colitis Ulcerosa ist eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung die hauptsächlich den Dickdarm befällt“, erklärt Dr. Thomas Kaiser, leitender Oberarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKM. „Bei Noel Wesemann war es leider ein unglaublich fulminanter Verlauf, den wir nur schwer in den Griff bekommen konnten.“ Dass eine Colitis Ulcerosa sich schon bei so verhältnismäßig jungen Menschen äußert, ist nicht ungewöhnlich. „Tatsächlich tritt bei einem Drittel der Patienten die Erkrankung vor dem 18. Lebensjahr auf“, erläutert Kaiser in der UKM-Mitteilung.

Von Anfang an versuchten die behandelnden Ärzte nach Angaben des UKM, die Erkrankung zu bekämpfen. Mehrere Male war Noel Wesemann in kritischem Zustand und so entschieden sich die Mediziner für eine Kolektomie, also eine nahezu vollständige Entfernung des erkrankten Darmgewebes. „Wir mussten den Dickdarm zum größten Teil entfernen, haben aber ein Stück stehen lassen und zunächst einen künstlichen Darmausgang (Stoma) gelegt“, so Kaiser.

Dr. Thomas Kaiser

Dass Noel Wesemann während seines mehr als zweimonatigen Krankenhausaufenthalts sein Abitur gemacht hat, war eine Herausforderung: „Die Ärzte haben mir erklärt, dass die Krankheit auch stressbedingt auftreten, oder sich verschlimmern kann. Nun habe ich wenigstens schon einmal mein Abi in der Tasche.“ Trotz des schweren Verlaufs seiner chronischen Erkrankung bislang, seien die Aussichten für Wesemann gut. „Perspektivisch wird der künstliche Darmausgang wieder zurückverlagert, damit in Zukunft so viel Lebensqualität wie möglich erreicht werden kann“, fasst Kaiser zusammen.

Startseite