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CDU wählt Bundestagskandidaten

Offenes Rennen vor Abstimmung

Münster

Am Samstag bestimmen die CDU-Mitglieder in Münster, wer für sie in den Bundestagswahlkampf gehen soll. Die vier Kandidaten haben erneut digital Fragen der CDU-Wähler beantwortet. Eine Publikumsfrage wurde jedoch ignoriert.

Joel Hunold

Am Samstag (27. März) wählen die münsterischen CDU-Mitglieder ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten für die im September anstehende Bundestagswahl. Und es könnte ein offenes Rennen werden, denn auch bei der zweiten digitalen Vorstellungsrunde mit teils über 100 Interessierten stach keiner der vier Bewerber hervor. Inhaltlich liegen sie in vielen Punkten nah beieinander: Alle Vier wollen den (Auto)-Verkehr elektrisieren, Forschung und Innovationen vorantreiben, Wirtschaft und Klima zusammen denken, mehr digitale Endgeräte in Schulen anschaffen und Medienkompetenzen erhöhen.

Doch in gewissen Punkten waren Unterschiede erkennbar. So stellte der 31-jährige Tobias Bollmann zu der Frage „Klima vs. Wirtschaft – was ist wichtiger?“ fest, dass es bestimmte Bereiche gebe – wenn etwa der CO-Zertifikate-Handel auf europäischer Ebene bei speziellen Gütern versagt –, bei dem er das Klima klar über die Wirtschaft stellen würde.

Vermögenssteuer könnte sinnvoll sein

Der Landtagsabgeordnete Stefan Nacke (45) sowie auch Bollmann betonten, dass die Ungleichverteilung der Vermögen zu groß sei; eine Vermögenssteuer könne hier zwar helfen, das konkrete Instrument sei jedoch unpassend.

Ratsfrau und Lehrerin Carmen Greefrath (47) ging auf den Unterschied zwischen Stadt und Land ein. Die CDU solle eine plurale Partei sein, sie wolle den Blick daher den Außenstadtteilen von Münster zuwenden. Weitergehend merkte sie beim Thema Wohnen an, dass überprüft werden müsse, wohin finanzielle Förderungen in einer Region fließen.

Frage nach Wunsch-Kanzlerkandidat bleibt ungestellt

Der Diplom-Informatiker und langjährige Ratsherr Rolf Klein (51) sagte, planerische Prozesse müssten schneller werden, Bauen dauere in Deutschland zu lange. Zudem betonte er, durch seine langjährige Erfahrung in der Politik besitze er die Kompetenz, sich in jedes Thema einarbeiten zu können.

Stefan Nacke, der im Landtag im Wissenschafts- sowie im Kultur- und Medienausschuss sitzt, kündigte derweil an, er wolle sich auf Bundesebene um die Sozialpolitik kümmern.

Die spannende Frage aus dem Publikum, wen die vier Bewerber als CDU-Kanzlerkandidaten präferieren, wurde von den Organisatoren des Abends indes nicht aufgegriffen.

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