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Olaf Scholz in Münster

„Ja, einen schönen guten Tag“

Münster

Auf den letzten Metern des Wahlkampfs besucht SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz Münster. Neues sagt er eigentlich nicht. Trotzdem erntet er Applaus.

Von Elmar Ries

Robert von Ohlberg und Svenja Schulze beim Wahlkampfauftritt von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz am 24. September 2021 auf der Stubengassse in Münster. Foto: Gunnar A. Pier

Freitagmittag, kurz vor halb zwölf, Stubengasse im Herzen Münsters, noch zwei Tage bis zur Wahl: Olaf Scholz hüpft auf die Bühne. „Ja, einen schönen guten Tag“, sagt er, winkt und lächelt verschmitzt. Der SPD-Kanzlerkandidat ist da, so wie rund 850 Zuhörer. Endspurt im Wahlkampf, geballtes Werben um Stimmen auf den letzten Metern. Scholz wirkt locker.

Über die Zukunft des Landes wolle er reden, sagt er. Corona, die Pandemie, das ist der Einstieg. Was auffällt: Scholz spricht zunächst fast staatstragend. Redet viel von Zusammenhalt, Gemeinsamkeit. Das Wort „wir“ nutzt er oft. Es soll Gemeinschaft stiften. Die Attacken kommen später – und eher verhalten. „Wir haben die Krise gemeinsam gemeistert“, sagt er mit Blick auf die Virus-Pandemie. „Wir werden auch die Schulen nicht wieder schließen müssen.“ Dass es nicht zu den befürchteten Verwerfungen gekommen sei, sei auch Folge des Zusammenhaltes gewesen – „und der Erfolg gemeinsamer Politik.“

Foto: Gunnar A. Pier

Ehe der Kanzlerkandidat auftritt, sind die sechs regionalen SPD-Bundestagskandidaten an der Reihe, sich und ihre Inhalte vorzustellen. Prominenteste Politikerin auf der Bühne: Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die in Münster kandidiert.

Wer sich für Politik interessiert, den Wahlkampf ein wenig verfolgt hat, wird von dem, was der SPD-Kanzlerkandidat danach sagt, nicht überrascht. Weil alles schon oft gesagt worden ist. Kurz streift Scholz das Thema Hochwasser-Katastrophe („Alles, was kaputt gegangen ist, werden wir wieder aufbauen“), verweilt beim Wohnungsbau („Wir wollen, dass in Deutschland pro Jahr 400.000 Wohnungen gebaut werden“), wirbt erneut für 12 Euro Mindestlohn, garantiert auch hier „ein stabiles Rentenniveau sowie keine Erhöhung des Renteneintrittsalters“ und erklärt eine moderne Klimapolitik zum Kern seiner künftigen Politik – falls, ja, falls er es denn ins Kanzleramt schaffen sollte.

Die, die gekommen sind, hören all das nicht zum ersten Mal. Aber trotzdem gerne wieder. Das Gros sympathisiert offensichtlich mit der SPD. Und fühlt sich anscheinend auch von den für die SPD nach wie vor positiven Umfragewerten getragen. Scholz erntet nur wenig Pfiffe, die kommen vor allem aus den Reihen von Klimaaktivisten. Etwas mehr als eine halbe Stunde spricht er – danach beginnt eine Fragerunde. Auch das gehört zu seinen Wahlkampfauftritten. Die Anwesenden machen reichlich Gebrauch davon.

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