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Umgestürzte Bäume, Wohnheimdach abgedeckt

Orkan: Feuerwehr im Dauereinsatz

Münster

Orkan über Münster: Die Feuerwehr musste am Freitag zu mehr als 100 Einsätzen ausrücken. Bäume stürzten auf Straßen, in Gievenbeck wurde ein Wohnheimdach abgedeckt. Einzelne Böen erreichten eine Stärke von mehr als 120 Stundenkilometern.

Von Martin Kalitschke

An zahlreichen Stellen im Stadtgebiet stürzten Bäume auf die Straßen – unter anderem in der Grafschaft. Zwei Pkw wurde durch herabfallende Äste beschädigt. Menschen kamen zum Glück bis zum späten Abend nicht zu Schaden.

Zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden ist Münster am Freitag und in der Nacht zu Samstag von einem Sturm heimgesucht worden – und der fiel deutlich schwerer aus als der erste. Stundenlang war die Feuerwehr im Dauereinsatz, bis zum Abend musste sie mehr als 120 Mal ausrücken, die Polizei hatte mehr als 50 Einsätze. Einzelne Windböen erreichten mit einer Geschwindigkeit von mehr als 120 Stundenkilometern Orkanstärke. Erst am späteren Abend entspannte sich die Lage allmählich.

Zwischenzeitlich waren mehr als 150 Mitglieder der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Am Horstmarer Landweg in Gievenbeck wurde das Dach eines Studierendenwohnheims abgedeckt. Zu Schaden kam hier zum Glück niemand, so die Feuerwehr.

Bis zum späten Abend keine Verletzten

An etlichen Stellen stürzten Bäume auf die Straßen. Betroffen war nach Angaben des Einsatzleiters vor allem der Norden der Stadt. Aber auch in der Grafschaft im Südwesten Münsters fielen Bäume auf die Fahrbahn. Auch hier gab es keine Verletzten.

Vom späten Nachmittag an waren im Stadtgebiet fast pausenlos Martinshörner zu hören. Immer wieder musste die Feuerwehr Bäume beseitigen, Äste von den Straßen holen und Bürgersteige sichern, auf die Dachziegel gestürzt waren. Äste fielen zudem auf zwei Pkw, die Fahrzeuge wurden beschädigt, die Fahrer kamen mit dem Schrecken davon. An der Hammer Straße, unweit des Preußenstadions, wurde ein Bauzaun auf die Fahrbahn geweht.

Museum und Tourist-Info schlossen vorzeitig

Die Bahn hatte bereits am frühen Nachmittag den Betrieb auf den meisten Strecken eingestellt. Der Bio-Wochenmarkt auf dem Domplatz wurde vorzeitig beendet, die Recyclinghöfe in Hiltrup, Nienberge und Mecklenbeck öffneten gar nicht erst. Die Stadtteilbüchereien blieben geschlossen, die Bücherbusse in den Depots. Die Tourist-Information schloss ebenso früher wie das Stadtmuseum. In vielen Unternehmen gingen die Beschäftigten eher ins Wochenende – oder blieben gleich im Homeoffice. Schulen beendeten den Unterricht vorzeitig, damit die Schülerinnen und Schüler noch sicher nach Hause kommen.

Schwere Orkan-Böen

Bereits im Laufe des Freitagnachmittages hatte sich abgezeichnet, dass Sturm „Zeynep“ stärker ausfallen würde als „Ylenia“ zwei Tage zuvor. Ab 16 Uhr legte die Windgeschwindigkeit immer mehr zu, bevor sie gegen 18.45 Uhr Orkanstärke erreichte. Die Messstelle des Instituts für Landschaftsökologie der Universität registrierte zu diesem Zeitpunkt eine Windgeschwindigkeit von über 120 Stundenkilometern. Weitere Orkan- oder orkanartige Böen von mehr als 100 Stundenkilometern folgten im Verlaufe des Abends.

Gegen 22 Uhr wurden die Böen schwächer. Für die Feuerwehr war da noch keine Entspannung angesagt: Sie musste zu einem Brand am Industrieweg ausrücken, wo in einer Fabrikhalle eine Maschine in Brand geraten war.

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