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Klinikdirektoren ziehen Bilanz

Nach der Pandemie weiter in Richtung Normalität

Münster

Die Pandemie ist noch nicht ganz überstanden – aber das Schlimmste schon. 18 Monate nach Beginn der Corona-Krise zogen am Dienstag die Direktoren von sechs münsterischen Krankenhäusern sowie Oberbürgermeister Markus Lewe ein optmistisches Fazit.

Von Karin Völker

Die Direktoren von sechs Krankenhäusern sowie die Stadtspitze dankten für das Geleistete in der Pandemie (v.l.): Prof. Dr. Rüdiger Horstmann (Herz-Jesu-Krankenhaus), Prof. Dr. Peter Feindt (Clemenshospital), Wolfgang Heuer (Leiter des Krisenstabs Münster), Prof. Dr. Hugo Van Aken (UKM), Oberbürgermeister Markus Lewe, Dr. Peter Kalvari (EVK), Prof. Dr. Jörn Steinbeck (Raphaelsklinik) und Prof. Dr. Christoph Bremer (Franziskus-Hospital).  Foto: Matthias Ahlke

Nein, die Pandemie ist noch nicht vorbei – immer noch nicht. Aber: Es ist Land in Sicht, und es wird Münster in diesem Winter nicht mehr hart treffen. Das war zusammengefasst die Botschaft, die am Dienstagmittag auf dem Domplatz acht Männer aussendeten, die mit Corona und den Folgen in den vergangenen eineinhalb Jahren schwerst beschäftigt waren.

Die Klinikdirektoren der sechs münsterischen Krankenhäuser, außerdem Oberbürgermeister Markus Lewe sowie Ordnungsdezernent und Krisenstableiter Wolfgang Heuer nutzten den sonnigen Mittag, um der Stadt Mut zu machen und gleichzeitig danke zu sagen. Der Dank gilt vor allem dem medizinischen Personal, besonders den Pflegekräften in den Krankenhäusern, die häufig in den vergangenen 18 Monaten über die Belastungsgrenzen hinaus gearbeitet hätten, wie Oberbürgermeister Markus Lewe über die Klinikleitungen den Pflegekräften und dem Gesundheitspersonal insgesamt ausrichten ließ, das bei dem offiziellen Termin auf dem Domplatz nicht vertreten war.

Hugo Van Aken sieht allmählich Land

Prof. Dr. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Münster (UKM), sieht allmählich Land – auch für den Alltagsbetrieb in den Krankenhäusern. „Noch immer gelten Besuchsbeschränkungen für unsere Patienten, aber sie sind jetzt weniger streng“, so Van Aken, der davon ausgeht, „dass es weiter in Richtung Normalität“ gehe. Voraussetzung dafür ist eine hohe Impfquote – und die sei in Münster schon jetzt ausgezeichnet.

82 Prozent der Gesamtbevölkerung seien geimpft, „89 Prozent der Münsteraner ab zwölf Jahren“, ergänzt Wolfgang Heuer, von Beginn der Pandemie an Leiter des städtischen Krisenstabs. „Wir wollen unbedingt, dass es noch mehr werden“, betont Hugo van Aken. So gebe es am Donnerstagvormittag am Preußen-Stadion, wo die Universität ihre Erstsemester begrüßt, ein niedrigschwelliges Impfangebot für alle: „Man muss nicht studieren, um sich dort impfen lassen zu können.“

Dank an Münsteranerinnen und Münsteraner

Oberbürgermeister Markus Lewe lobte die Krankenhäuser, die abseits jeder Konkurrenz gemeinsam die Herausforderungen angegangen seien und die Gesundheitskrise bisher gut gemeistert hätten. Van Aken verwies darauf, dass Deutschland die wenigsten Corona-Toten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zu beklagen habe.

Markus Lewes Dank galt aber auch allen Münsteranern, „die bei all den Beschränkungen und Maßnahmen so gut mitgemacht“ hätten – angefangen bei Maskenpflicht, die Münster als eine der ersten Städte im Frühjahr 2020 eingeführt habe. Wolfgang Heuer erinnerte daran, dass sich „gerade immer noch Menschen anstecken und auch durch das Virus sterben“. Auch wenn die Pandemie „mit etwas Glück in naher Zukunft auf die Schlussrunde einbiegt“, appellierte er an die Münsteraner, weiter Vorsicht walten zu lassen.

Hoffen auf Empfehlung für Auffrischungsimpfung

Hugo Van Aken wartet unterdessen darauf, dass es sehr bald eine offizielle Empfehlung für eine Auffrischungsimpfung, den Booster für alle Altersgruppen, gebe. „Das wäre auch für das Gesundheitspersonal sehr sinnvoll.“

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