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Nach Brandbrief von Pflegekräften

Personalrat: Hunderte UKM-Mitarbeiter solidarisieren sich

Münster

In einem offenen Brief an der Vorstand der Uniklinik Münster (UKM) haben Pflegekräfte Überlastung - vor allem in der Intensivmedizin - beklagt. Jetzt reagiert der Personalrat auf den Brandbrief der Mitarbeiter. 

Karin Völker

Blick auf das UKM Foto: dpa (Symbolbild)

Der Brandbrief von 59 Intensiv-Pflegekräfte aus der Gruppe der Vertrauensleute der Gewerkschaft Verdi an alle rund 11.000 Beschäftigten des Universitätsklinikums (UKM) Münster hat im UKM nach Darstellung des Personalrats „Aufruhr“ ausgelöst. Der Personalrat hat jetzt in einer offiziellen Stellungnahme auf das Schreiben und die öffentliche Resonanz mit einer Stellungnahme reagiert. Mehrere Hundert Beschäftigte des UKM, auch über die Bereiche der Pflege hinaus, hätten sich mit dem Anliegen der Unterzeichner des offenen Briefes solidarisiert, heißt es in einer aktuell unter den UKM-Mitarbeitern verbreiteten Veröffentlichung des Personalrats unter dem Titel „Schrittmacher“.

Der Kritik des UKM-Vorstandes an dem offenen Brief hält der Personalrat entgegen, dass die vom Ärztlichen Direktor angeführten Kennzahlen für die Personalausstattung auf den Intensivstationen lediglich eine ausreichende Personalbemessung suggerierten. Außerdem betont der Personalrat entgegen den Vorwürfen des Vorstandes, dass es sich bei der Veröffentlichung des offenen Briefes um alles andere als ein „taktisches Manöver“ in der Pandemie gehandelt habe. Der Schritt sei ein „Hilferuf“.

Personalrat übt Kritik am Vorgehen des Vorstandes

Beeindruckt zeigt sich der Personalrat, dass die Intensivpflegekräfte keinerlei materielle Forderungen stellten, sondern nur „Entlastung“ bei der Arbeit forderten. Der Personalrat sieht durchaus, dass die durch viele Extraschichten extreme Belastung der Pflegekräfte letztlich ein von der Politik zu lösendes Problem sei, will den Vorstand aber nicht aus der Verantwortung entlassen. So heißt es am Ende wörtlich: „Im Wettbewerb um die eigenen Beschäftigten und neue Kolleginnen und Kollegen muss das UKM und damit der Vorstand sich entscheiden, welchen Weg er zukünftig gehen will. Der bisherige scheint im Moment nicht vielversprechend.“

Viele Reaktionen von UKM-Mitarbeitern

Auf die Berichterstattung in unserer Zeitung, in der auch der Sichtweise des Vorstandes Rechnung getragen wurde, gab es in Kommentaren auf der Facebook-Seite unserer Zeitung, in Mails und Anrufen eine enorme Resonanz. Pflegekräfte auf den Intensivstationen ärgerten sich vielfach besonders über die im Zeitungsbericht zitierte und als zynisch empfundene Aussage des Ärztlichen Direktors, dass immerhin deren Berufsgruppe sich, anders als viele andere Menschen in der Pandemie, nicht um ihre Jobs sorgen müssten.

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