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Streik am UKM geht weiter

Pflege-Azubis fordern bessere Ausbildung

Münster

Der beklagte Personalmangel am Uniklinikum Münster hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Ausbildung angehender Pflegekräfte. Wozu das führt, wurde jetzt beim Verdi-Streik deutlich.

Von Karin Höller

Praxisanleitungen für angehende Pflegekräfte, für die im Klinikalltag oft keine Zeit ist, wurden während des Streiks auf der grünen Wiese angeboten. Praxisanleitungen für angehende Pflegekräfte, für die im Klinikalltag oft keine Zeit ist, wurden während des Streiks auf der grünen Wiese angeboten. Foto:

Damit nach fünf Streik-Wochen die Ausbildung der angehenden Pflegekräfte nicht zu kurz kommt, wird am Mittwoch die praktische Unterweisung kurzerhand auf die Wiese am Verdi-Zelt hinter dem Uniklinikum an der Domagkstraße verlegt. Angehende Pflegekräfte trainieren an Praxis-Stationen die Blutabnahme, das Intubieren, das Anlegen von Gipsschienen in der Chirurgie und warnen zugleich vor den Folgen des andauernden Personalmangels auch in der Ausbildung. „Praxisanleitungen wie an diesem Tag würden wir uns zu festen Zeiten in jeder Woche wünschen“, sagt Max Meckelborg, der gerade mit einer anderen Auszubildenden das Blutabnehmen aus der Armvene übt.

Azubis als Lückenfüller

Doch im hektischen Klinikalltag sei dafür oft keine Zeit. Eigentlich seien zehn Prozent der Ausbildungszeit im jeweiligen Fachgebiet als dokumentierte Anleitungszeit vorgesehen, ergänzt Pflegekraft-Auszubildende Leana Alberts. Doch die Realität sehe anders aus, bedauert auch Praxisanleiter Thomas Schürhoff. Wegen des Personalmangels müssten Azubis oft die Lücken des Stammpersonals füllen, bedauert er. Die Ausbildung komme zu kurz.

Deshalb fordern Auszubildende wie Max Meckelborg, dem das Thema so wichtig ist, dass er sich auch während seines Urlaubs in den vergangenen Tagen am Verdi-Streikzelt eingefunden hat, konkrete Verbesserungen. Gefordert wird, dass Praxisanleiter Sonderrollen im Schichtplan einnehmen und am besten an einem festen Tag in der Woche die Azubis unterweisen.

Hoffen auf Verhandlungsergebnisse

Defizite in der Ausbildung spiegeln aus Sicht der Streikenden nur einen der zahlreichen Aspekte des Hauptproblems: Personalmangel. Schürhoff: „Wir streiken daher für eine bessere Personalausstattung, um unsere Patienten besser versorgen zu können, und für bessere Arbeitsbedingungen.“ Damit die Pflegekräfte Zeit haben für eine würdevolle Gesundheitsversorgung, mehr Zeit für ausreichende Hygiene und auch mehr Zeit für menschliche Zuwendung.

Am Donnerstag erhoffen sich die Streikenden erste Teilangebote von der Verhandlungskommission der Arbeitgeberseite der sechs Unikliniken in NRW. An dem Streik am UKM sind derzeit täglich rund 300 Mitarbeitende aus vielen Abteilungen auch außerhalb der Pflege beteiligt.

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