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Beteiligung an Verwertungsgesellschaft

Phosphor aus Klärschlamm

Münster

Noch verbrennt Münster seinen Klärschlamm in Braunkohlekraftwerken. Das soll sich in einigen Jahren aber ändern. Dann fahren die Lkw nach Wuppertal - aus gutem Grund.

Dirk Anger

Klärschlamm aus der Kläranlage Coerde soll in einigen Jahren nicht mehr in Braunkohlekraftwerken verbrannt, sondern allein in einer neuen Anlage in W Foto: Stadt Münster

Aktuell wird der Klärschlamm aus Münster in Braunkohlekraftwerken bei Köln thermisch entsorgt, wie es im Fachjargon heißt. Ab 2028 nehmen die Lkw wohl einen anderen Weg. Dann nämlich soll die neue Klärschlammverbrennungsanlage in Wuppertal-Buchenhofen stehen, deren Bau die Stadt mit weiteren Kommunen vorantreiben will.

Im Hauptausschuss wurde das 80 Millionen-Euro-Projekt, an dem die Stadt nach eigenen Angaben neuerdings nur noch mit rund elf Prozent beteiligt ist, am Mittwoch einstimmig durchgewunken – mit zwei Ergänzungen. Die Koalition aus Grünen, SPD und Volt will parallel an einer Klärschlammverwertung forschen lassen, die eines Tages ohne Verbrennung auskommen könnte. Die CDU rückte das mögliche Potenzial von Klärschlamm bei der Gewinnung von grünem Wasserstoff in den Vordergrund.

Neue Rahmenbedingungen

Weil das Projekt wegen zusätzlicher Gesellschafter nun größer geplant wird, steigen zwar die Gesamtkosten. Doch insgesamt verringere sich im Zusammenhang mit einer geringeren Menge an Klärschlamm, die aus Münster angeliefert werden soll, auch der städtische Anteil an den Kosten dieses Projekts von bisher 18 Prozent, wie es heißt.

Die neue Form der Verwertung des Klärschlamms wird nach Darstellung des Amtes für Mobilität und Tiefbau aufgrund geänderter Rahmenbedingungen erforderlich. „Wir sind künftig gesetzlich verpflichtet, den Phosphor-Anteil zurückzugewinnen“, erläuterte Amtsleiter Michael Grimm auf Nachfrage unserer Zeitung. Dies sei bei einer Verbrennung zusammen mit Braunkohle nur schwer möglich. Deshalb setzt man im Stadthaus auf die „Klärschlammverwertung Buchenhofen GmbH“.

Interesse aus dem Kreis Warendorf

Es sei richtig, dass man mit diesem Projekt die Klärschlammverwertung in öffentlicher Hand behalte, sagte Grünen-Ratsherr Dr. Robin Korte. Schließlich gehe es um einen zentralen Baustein in der Abwasserbeseitigung.

Die Tragweite und Dimension der Entscheidung stellte CDU-Ratsfrau Babette Lichtenstein van Lengerich in den Vordergrund. Diese habe Auswirkung auf die nächsten 30 Jahre.

Inzwischen zeigen auch Gemeinden aus dem Kreis Warendorf Interesse, sich an der Klärschlammverwertungsanlage beteiligen zu wollen.

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