1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Pionierarbeit für das Klima

  6. >

Allwetterzoo verwandelt Tiermist in Wärme, Strom und Gartendünger

Pionierarbeit für das Klima

Münster

Der Allwetterzoo schärft sein Profil zum Arten- und Klimaschutzzoo. Im Rahmen eines europaweiten Pilotprojektes soll ein Trockenfermenter zukünftig für vor Ort erzeugte Wärme, Storm und Gartendünger sorgen.

Im Allwetterzoo produzierte Klima- und Treibhausgase sollen künftig durch die Vergärung von Tiermist reduziert werden. Foto: Allwetterzoo

Der Allwetterzoo schärft sein Profil zum Arten- und Klimaschutzzoo: Im Rahmen eines europaweiten Pilotprojektes wird ein Trockenfermenter zukünftig im Allwetterzoo Münster für vor Ort erzeugte Wärme, Storm und Gartendünger sorgen.

Egal, ob die ersten Energieausweise für Tierhäuser in deutschsprachigen Zoos, die vielfältige Nutzung von regenerativen Energie- und Wärmequellen, der Bau der energieautarken Meranti-Tropenhalle oder die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an Ökoprofit: Der Allwetterzoo ist seit vielen Jahren sehr erfolgreich dabei, seinen klimatischen Fußabdruck zu verringern, heißt es in einer Mitteilung des Zoos. Diesem langjährigen Engagement habe es der Allwetterzoo zu verdanken, dass er an einem besonderen Projekt teilnehmen darf und dabei Pionierarbeit leistet.

Reduzierung von Treibhausgasen

Einen großen Schritt zur Reduzierung von im Allwetterzoo produzierten Klima- und Treibhausgasen wird in Zukunft die Vergärung von Tiermist mittels eines Trockenfermenters sein. Aktuell wird der im Allwetterzoo anfallende Mist offen gelagert und anschließend als Dünger auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht. „Aktuell stecken wir noch mitten in der Planungsphase, aber wir freuen uns schon, als erster Deutscher Zoo dieses Konzept der Strom- und Wärmegewinnung bei uns erproben zu dürfen“, so Dirk Heese, Technischer Leiter und Prokurist.

Gärreste werden zu Kompost

Zentraler Bestandteil der dezentralen Vergärungsanlage ist ein neuartiger , sogenannter Pfropfenstromfermenter. Der Zoomist wird dabei kontinuierlich durch den Reaktor gefördert und vergärt unter thermophilen Bedingungen. „Wir planen den Bau der Anlage so, dass sie nach Fertigstellung 2000 Tonnen Mist pro Jahr aufbereiten und vergären kann.

Wir versprechen uns eine Treibhausgas-Minderung von mehreren hundert Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr“, erklärt Heese. In Summe ergebe sich aus den geplanten Klimaschutzmaßnahmen über die Lebenszeit von 20 Jahren eine Minderung der Treibhausgasquote von mehreren Tausend Tonnen CO2-Äquivalent. „Ein Teil der Gärreste soll in Zusammenarbeit mit regionalen Entsorgungsbetrieben zu Komposterde aufbereitet werden, welche von Privatleuten für gartenbauliche Zwecke verwendet werden kann“, so Loosen.

Die Verantwortlichen hoffen, dass die Genehmigungsplanungen bis Ende 2022 abgeschlossen sind. Derzeit laufe eine Ausschreibung, um ein Ingenieurbüro zu finden, dass das Vorhaben weiter plant und begleitet. Die Gesamtkosten für das Projektvorhaben betragen rund 1,6 Millionen Euro.

Startseite
ANZEIGE