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Behörden zufrieden – einige Anwohner nicht

Planung des Mehrfamilienhauses an der Dechaneistraße

Münster

Eine unschöne Baulücke im Dechaneiviertel soll geschlossen werden. Doch das Gebäude, das dort entstehen soll, sagt optisch nicht jedem zu. Die Stadt sowie die ausführende Baufirma können das nicht verstehen.

Björn Meyer

Dr. Herbert Lahl ist nicht begeistert von der Architektur, die in einer Baulücke in der Kapitelstraße entstehen soll. Stadt und Bauherr finden jedoch, dass sich der Bau gut einfügt. Foto: Björn Meyer/Homann

Dr. Herbert Lahl ist nicht begeistert. Nicht, weil das Grundstück gegenüber seiner Wohnung in der Kapitelstraße seit Monaten brach liegt, sondern weil er das, was dort entstehen soll, als nicht passend empfindet. „Das Dechaneiviertel ist ein Schmuckstück und somit im allgemeinen Interesse erhaltenswert“, sagt Lahl.

Mehr Fingerspitzengefühl erwünscht

Eine Bedrohung dieses Schmuckstücks ist für ihn ein Bau, den die Firma Homann Immobilien dort plant. So eine „rücksichtslose Architektur“ gehöre nicht in dieses Viertel, wählt Lahl drastische Worte. Er wünscht sich von den genehmigenden Behörden mehr Fingerspitzengefühl.

Marcus Brokmann

Die Behörden jedoch sehen genau das im vorliegenden Fall gewährleistet. Das Bauordnungsamt und die städtische Denkmalbehörde haben nach einem langen Planungsprozess nichts gegen den Bau einzuwenden. Die Firma Homann habe sowohl den für das Dechaneiviertel gültigen Bebauungsplan sowie die sogenannte Erhaltungssatzung beachten müssen. „Höhe, Material, Dachform – all das muss sich einfügen“, erklärt Marcus Brokmann von der städtischen Denkmalbehörde, die wegen des denkmalgeschützten Gebäudes nebenan, aber auch wegen des gesamten Ensembleschutzes im Straßenzug eingebunden war. Auch den für das Viertel so typische Vorgarten habe der Bauherr in seinen Planungen berücksichtigt, so die Behörde.

Die Fassade soll jetzt mit roten Klinkern ausgeführt werden - nicht mehr, wie zuerst geplant, in weißem Putz. Foto: Homann

Bernard Homann, Eigentümer der ausführenden Immobilienfirma, versteht den Ärger nicht, zeigte sich gegenüber unserer Zeitung aber wenig überrascht. Gerade bei Projekten in der Stadt seien Beschwerden von Nachbarn mittlerweile mehr Regel als Ausnahme, so Homann. Davon zeuge auch die Klage einiger anderer Anlieger, die gegen das Projekt eine einstweilige Verfügung erwirkt haben, weil sie ihr Haus in der direkten Nachbarschaft beeinträchtigt sehen. Homann indes ist sich sicher, dass das Gebäude Kapitelstraße 2-6 schon bald gebaut werden kann. 2019 so hofft er, würden die insgesamt sechs Wohneinheiten mit insgesamt 800 Quadratmetern Wohnfläche fertiggestellt werden.

Visualisierung des Bauprojekts Foto: Homann

„Der Denkmalbehörde war es wichtig, dass wir an die Nachbargebäude anbauen, und genau das haben wir auch vor“, sagt Homann und zeigt auf die Visualisierung des Projekts. Die allerdings ist mittlerweile in einem Punkt überholt, denn anstatt des weißen Putzes ist das Gebäude auf Bitten des Investors nun mit roter Klinkerfassade geplant. Beide Bauarten finden sich im Dechaneiviertel vielfach. „Es musste roter Klinker sein, so wollte es die Denkmalbehörde“, erklärt Homann, der während der Planungen sogar ein komplettes Modell des Straßenzugs erstellen ließ.

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