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Seine Muttersprache ist Platt

Plattdeutsch hören und genießen

Münster

Bücher und Hörbücher, Vorträge und Veranstaltungen – Josef Vasthoff ist ein Kenner der plattdeutschen Mundart. Jetzt ist eine Doppel-CD zu seinem vierten Bööksken erschienen: „De Mönsterlänner un öhr Mönster“.

Maria Meik

Hoch lebe das Plattdeutsche! Nicht auszudenken, wenn dieses Kulturgut eines Tages nicht mehr zu hören sein würde. Mit Prof. Dr. Josef Vasthoff, der als waschechter Münsterländer die kernige Sprache auf dem Hofe Schulze Vasthoff quasi in die Wiege gelegt bekam, kann dies zum Glück nicht so schnell passieren. Denn der gebürtige Billerbecker hat nach seinem vierten „Bööksken“ mit dem Titel „De Mönsterlänner un öhr Mönster“, das im vergangen Jahr erschienen ist, eine Doppel-CD herausgebracht (Agenda Verlag, 14,80 Euro).

Mit viel Gefühl rollt er bei einer Gesamtspielzeit von zwei Stunden und 32 Minuten das besondere Verhältnis der einfachen Leute auf dem Landes zu ihrem Münster im Verlauf der 1200-jährigen Geschichte im deftigen Platt auf. Und findet in einem Beitrag: „Hier lött sick liäben“. Ist die Stadt – „Met dat Bistum fong alls an“ – doch Teil ihrer Heimat und das Zentrum und das Herz des Münsterlandes.

Josef Vasthoff, der bis zu seinem Studium der Betriebswirtschaft auf dem Hof gelebt hat, schreibt nicht nur Bücher in Plattdeutsch und ist auf den dazugehörigen CDs zu hören. Der pensionierte Honorarprofessor, der an der Uni Bonn Vorlesungen rund um Finanzierung und Vermögensplanung hielt, gibt auch ein uriges Bild als Kiepenkerl ab, wenn er mit Kiepe und Klotschen als Stadtführer von Stadt Lupe unter dem Motto „Up Platt döer de Stadt“ unterwegs ist.

„Dass Plattdeutsche ist auf dem Vormarsch“, sagt der Kenner der niederdeutschen Kultur. So höre er des öfteren ein „Moin“ zur Begrüßung statt des gewohnen „Hallo“. Josef Vasthoff ist auf dem Posten, wenn es um die Pflege seiner Muttersprache geht. So ist er Mitglied des Müelenraots (Mühlenhof), er wirkt beim Stadtheimatbund, ist Vorstandsmitglied der Augustin Wibbelt-Gesellschaft sowie Mitglied der Fachstelle Niederdeutsch beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Früher sei Platt eine minderwertige Sprache gewesen, über die die feinen Leute die Nase rümpften. Heute dagegen sei man stolz darauf, das urwüchsige Platt zu hören und sprechen zu können.

Dass das Interesse an der niederdeutschen Kultur groß sei, zeige sich auch in den stets ausverkauften plattdeutschen Theaterstücken in Münster und im Münsterland. Na dann – Applaus und Guat goahn!

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