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Glosse

Politische Sprachpanscher: Tipps für zu „Beschulende“

Die Versuche, die deutsche Sprache zum Austragungsort eines Geschlechterkampfes werden zu lassen, treibt immer mehr Blüten – und erreicht jetzt auch die münsterische Ratsparteien.

Klaus Baumeister

Was hat die Landesregierung da für einen Stein ins Wasser geworfen? Nach den Vorgaben des neuen Hochschulgesetzes sollen aus den bisherigen Studentenwerken künftig Studierendenwerke werden, um einer möglichen Benachteiligung der Frauen durch einen unüberlegten Gebrauch der deutschen Sprache zu beheben (WN, 25.2.).

In einer launigen Pressemitteilung hat nun die Ratsgruppe Piraten/ÖDP eigene Vorschläge unterbreitet. Sie fordert, dass der Begriff „Schüler“ in behördlichen Verlautbarungen künftig ersetzt wird durch „zu Beschulende“.

Mit Verlaub: Dieses Spielchen könnte man im Bildungswesen munter fortschreiben. Aus „Lehrer“ werden „Unterrichtende“, aus „Professoren“ werden „Lehrende-und-Forschende“.

Doch Spaß beiseite: Natürlich nutzen Piraten und ÖDP die Gelegenheit auch, um den rot-grünen Geschlechterwahn zu kritisieren: „Anstatt bereits in der frühkindlichen Bildung die Gleichwertigkeit aller Menschen in den Köpfen zu verankern, wird in Deutschland über die Verunglimpfung unserer Sprache versucht, diesen Mangel auszugleichen.“

Ach übrigens: Piraten und ÖDP haben auch ein Wort gefunden, das weiblich ist und unreflektiert für Männer eingesetzt wird: die Geisel. Hier die political correcte Männer-Version: der Geiselist.