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Ermittlungen gegen drei Männer

Tierschmuggel: Polizisten retten verwahrloste Welpen

Münster

Glück für drei Vierbeiner: Polizisten haben in Münster drei verwahrloste Welpen gerettet. Durch einen Zufall kam die Polizei auf die Spur von drei Männern, die offenbar mit Welpen gehandelt haben.

Polizei-Hundeführerin Jessica W. kümmerte sich um die Welpen, bevor ihre Kollegen die drei Hunde im Tierheim an der Dingstiege abgaben.

Der Polizei ist ein Schlag gegen den illegalen Tierhandel gelungen. In Coerde haben Beamte drei verwahrloste Welpen gerettet. Auf drei Männer im Alter von 32, 36 und 39 Jahren kommen nun Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu. Die kleinen Hunde befinden sich inzwischen im Tierheim an der Dingstiege in Sicherheit.

Auf deren Spur kam die Polizei, als am Freitagabend in einer Tierarztpraxis am Wienburgpark ein stark unterernährter Welpe abgegeben wurde, der sofort eingeschläfert werden musste. Zufällig, so eine Polizeisprecherin, alarmierte zeitgleich ein Bürger die Polizei, der in Coerde auf offener Straße einen Streit um einen illegalen Tierhandel mitbekommen hatte. Laut Polizei weigerte sich eine Personen, einen Welpen zu kaufen, da dieser in zu schwachem Zustand sei.

Jungtier jaulte in einem Auto

Die Polizei fuhr nach Coerde und traf zwei Männer an, die jeweils einen Welpen im Arm hielten. Ein weiteres Jungtier jaulte in einem Auto. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass ein Bruder der Männer ein paar Tage zuvor insgesamt sieben Welpen aus dem Kosovo importiert haben soll.

In der Wohnung des Mannes bot sich den Beamten ein erschreckendes Bild. Überall lagen Exkremente herum, die Tiere seien unter schlimmsten Bedingungen gehalten worden, so eine Sprecherin. Die Polizei nahm die Welpen mit zur Wache. Hundeführerin Jessica W. fütterte die ausgehungerten Tiere, danach ruhten sie sich auf Decken, die die Beamten in eine Zelle gelegt hatten, aus.

Welpen sind jetzt im Tierheim

Noch in der Nacht zu Samstag kamen die Welpen im Heim des Tierschutz-Vereins Münster an der Dingstiege unter. Vermutlich handelt es sich um etwa neun Wochen alte Mischlinge, so Leiterin Doris Hoffe. Da die Tiere wegen ihres Alters noch nicht gegen Tollwut geimpft sein können, müssen sie nun erstmal in Quarantäne, so Hoffe. „Es kann Monate dauern, bis sie rauskommen.“ Immerhin: Die drei dürfen zusammen in einen Raum. „Auf den Kosten, 20 Euro pro Welpe und Tag, werden wir wohl sitzen bleiben.“

Der illegale Tierhandel sei ein florierendes Geschäft, sagt Hoffe – auch in Münster. Erst kürzlich sei hier ein Malteser-Pudel-Welpe für 3500 Euro verkauft worden – und damit viel teurer als auf dem legalen Markt. Warum Menschen für illegal eingeführte Hunde so viel Geld zahlen, sei ihr „schleierhaft“.

„Nur die Spitze des Eisberges“

Vor Kurzem habe der Tierschutz-Verein drei Quarantäne-Räume für illegale Hunde eingerichtet. „Sie sind permanent belegt“, so Hoffe. Der aktuelle Fall ist nach ihrer Einschätzung nur „die Spitze eines Eisberges“.

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