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Polizeipräsidium Münster

Vermisste Jugendliche: So läuft die Suche der Polizei

Münster

Werden Kinder oder Jugendliche vermisst, geht die Polizei grundsätzlich von einer Gefahrensituation aus. Eine Sprecherin erläutert, wie die Suche nach den Vermissten dann funktioniert.

Die Polizei in Münster sucht regelmäßig vermisste Jugendliche. Foto: dpa/Symbolbild

Immer wieder werden auch in Münster Kinder und Jugendliche vermisst. Häufig sucht die Polizei die Vermissten mit einer Öffentlichkeitsfahndung unter anderem durch die Veröffentlichung eines Porträtfotos.

„Im Einzugsbereich des Polizeipräsidiums Münster gelten regelmäßig 30 bis 40 Jugendliche als vermisst“, sagt eine Polizeisprecherin. In solchen Fällen werde grundsätzlich zunächst eine Gefahrensituation angenommen, abgestimmte Mechanismen greifen sofort. So wird, anders als bei Er­wachsenen, umgehend eine Vermisstenanzeige erstattet.

Polizei entscheidet jeden Fall einzeln

Im Polizeipräsidium Münster gibt es ein eigenes Kommissariat, das für vermisste Jugendliche zuständig ist. Häufig sind es junge Menschen im Alter von 14 bis 18 Jahren, die in Jugendwohneinrichtungen leben und plötzlich verschwunden sind. Zumeist seien es junge Männer, vielfach aus dem Ausland Geflüchtete, die bei Bekannten unterkommen und sich nicht abgemeldet haben, sagt die Polizeisprecherin.

In solchen Fällen gebe es kaum Anhaltspunkte. Die Beamten haben nun unterschiedliche Optionen, nach den Jugendlichen zu fahnden. „Die geschulten Ermittler treffen stets Einzelfallentscheidungen, welche Maßnahmen notwendig sind“, erläutert die Sprecherin.

Suche an allen möglichen Stellen ansetzen

Bei der Suche nach Menschen spielen digitale Medien eine wichtige Rolle. Über die interne Internetplattform der Polizei werden Bilder und Daten der vermissten Personen veröffentlicht und damit sämtliche Polizeistationen eingebunden. Durch die zusätzliche Veröffentlichung im Fahndungsportal NRW erhoffen sich die Polizisten Hinweise. Das Einverständnis haben Betreuende oder Eltern gegeben. Die Bundespolizei wird eingebunden und fahndet mit Fotos in ­Zügen und Bahnhöfen.

Gibt es konkrete Anhaltspunkte, werden Mantrailer-Hunde eingesetzt. Die Tiere haben einen hervorragenden Geruchssinn und orientieren sich trotz vieler Verleitungen an den Geruchsmerkmalen der gesuchten Person. Wärmebildkameras und Hubschraubereinsätze sind Optionen, wenn man einen Aufenthaltsort kennt.

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