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„Gut versorgt in . . .“

Polizei warnt Senioren mittels App

Münster

Die Polizei Münster warnt seit Freitag in Echtzeit vor Schockanrufen mittels einer seniorengerechten App. Polizeipräsident Falk Schnabel sieht darin einen großen wichtigen Schritt, „dieser widerwärtigen Form der Kriminalität“ den Kampf anzusagen.

Von Björn Meyer

Polizeipräsident Falk Schnabel (r.) und Oberbürgermeister Markus Lewe klärten über die Vorzüge der App auf. Foto: Björn Meyer

Die erste Push-Nachricht kommt bereits, während Polizeipräsident Falk Schnabel und Oberbürgermeister Markus Lewe der versammelten Seniorenrunde im Innenhof der DKV-Residenz am Tibusplatz die Vorzüge der App „Gut versorgt in . . .“ (wir berichteten) näherbringen.

Am Freitag ist in der App, die die Stadt Münster schon länger nutzt, die Kachel der Polizei gestartet. Durch sie will die Behörde älteren Menschen Informationen zukommen lassen, vor allem aber vor sogenannten Schockanrufen warnen, die in Wellen auftreten.

Warum das so wichtig ist, erklärt wenig später Residenz-Diektor Frank Jansing. Bislang habe man, nachdem ein solcher Schockanruf bei einem Bewohner oder einer Bewohnerin eingegangen sei, ein Rundschreiben an alle verfasst. Mit zwei Problemen: „Wenn der Anruf am Wochenende kam, waren wir zu langsam. Außerdem haben wir damit die Angehörigen nicht erreicht“, so Jansing. Er setze daher große Hoffnungen in die App.

Schockanruf-Opfer unter den Teilnehmern

Dass Senioren sowohl gewillt als auch fähig sind, diese zu nutzen, zeigt sich bei dem Termin vor der Residenz. Dort sitzen an diesem Vormittag ältere Damen und Herren mit ihren Smartphones vor sich. Es werden Fragen gestellt.

Unter den Teilnehmern ist auch eine 89-Jährige, die unlängst Opfer eines Schockanrufs wurde. Die Täter gaben vor, ihre Tochter habe jemanden totgefahren. Wenn Sie eine Kaution von 35.000 Euro hinterlege, komme die Tochter auf freien Fuß. „Zuerst war eine Frau am Apparat, die geschrien und geweint hat“, erzählt die Dame. Nein, sie habe nicht gehört, dass das nicht ihre Tochter sei.

Die Sache ging letztlich gut aus, weil es doch noch „klick machte“ – während die Dame ihren Schmuck nach Verwertbarem durchsuchte. Wird die Polizei von nun an über derartige Vorfälle informiert, kann sie in Echtzeit warnen.

Video in Kooperation mit der WDR-Lokalzeit Münsterland:

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