1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Polizeipräsident widerspricht Fanhilfe-Anwältin

  6. >

Verletzter Balljunge

Polizeipräsident widerspricht Fanhilfe-Anwältin

Münster

Die Polizei hat auf den Vorwurf der Anwältin des geschlagenen Balljungen zurückgewiesen. Die Familie sei nicht bedrängt worden, heißt es in einer Stellungnahme des Polizeipräsidenten, der jetzt die Sachlage aus seiner Sicht schildert.

WN

Polizeipräsident Hajo Kuhlisch Foto: Matthias Ahlke

Deutlich widerspricht Polizeipräsident Hajo Kuhlisch dem Vorwurf der Anwältin, die Familie des verletzten Balljungen sei - wie berichtet - von der Polizei bedrängt worden. „Es gehört zu den Aufgaben der Polizei, die Personalien von Geschädigten festzustellen und vorhandenes Videomaterial zu sichern“, äußerte sich der münsterische Polizeipräsident Hajo Kuhlisch am Dienstag zu den Vorwürfen der von der Fanhilfe vermittelten Rechtsanwältin.

Noch im Rettungswagen und vor der Fahrt ins Krankenhaus stellten die Beamten daher die Personalien des verletzten Balljungen fest, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Nachdem in sozialen Medien Hinweise auf ein Video auftauchten, haben die Beamten am Samstagabend unmittelbar Kontakt zur Familie aufgenommen. „Die Familie hatte dabei geäußert, das Video ebenfalls zugeschickt bekommen zu haben“, erklärte der Polizeipräsident weiter. „Es war notwendig, dieses beweiserhebliche Video dann auch sofort für das Verfahren zu sichern.“ Die Familie zeigte sich kooperativ.

Menschliche Anteilnahme

„Ich habe direkt am darauffolgenden Montag veranlasst, dass der Leiter der eingesetzten Bereitschaftspolizeihundertschaft Kontakt zur Familie aufnimmt und in meinem Auftrag das Bedauern über die erlittene Verletzung des Jungen übermittelt“, ergänzte Kuhlisch.

„Die menschliche Anteilnahme ist mir in diesem Fall genauso wichtig, wie die strafrechtlich saubere und unbeeinflusste Aufklärung des Sachverhalts. Obwohl die Familie zunächst das Angebot eines persönlichen Gesprächs angenommen hatte, zog sie diese Bereitschaft zu meinem Bedauern nach der Beratung durch die Rechtsanwältin zurück.“

Die Ermittlungen im von der Staatsanwaltschaft Münster geleiteten Strafverfahren gegen den Beamten wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt führt aus Neutralitätsgründen das Polizeipräsidium Bielefeld, heißt es abschließend.

Zum Hintergrund: Im Anschluss an die Drittligabegegnung zwischen Preußen Münster und dem Karlsruher SC wurde der Innenraum von KSC-Fans gestürmt. Ein 15-jähriger Balljunge ist auf dem Spielfeld von einem Polizisten leicht verletzt und nach ambulanter Behandlung im Krankenhaus entlassen worden.

Startseite
ANZEIGE