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Westfalen haut auf die Pauke

„Preußen ist im Moment die SPD der dritten Liga“

Münster

Gescherzt, gelacht und getanzt wurde viel: Die Fernsehgala „Westfalen haut auf die Pauke“ begeisterte. Nur die Münster-Bezüge waren rar gesät.

Ralf Repöhler

„Eigentlich reicht doch ein Ascheplatz.“ Büttredner Christoph Brüske beschäftigte die sportliche Talfahrt der Preußen. Foto: hpe

Der Prinz kommt aus Münster. Na, klar! Stimmungssänger Ralf Ebbing auch, Moderator Dr. Uwe Koch irgendwie. Und die Giebelhäuschen rund um die Bühne, die der WDR nun in rot-orange farbenen Tönen moderner zeichnen ließ. Ansonsten aber ließen die direkten Münster-Bezüge bei der durchaus entstaubten Fernsehgala „Westfalen haut auf die Pauke“ – trotz des spritzigen Programms – auf sich warten.

Tanzgarden aus Altenberge und Suttrop wechselten sich mit Büttrednern aus aller Welt ab – sogar ein Köbes war dabei, nur eben nicht aus Münster. „Wir würden sofort jemanden für die Bütt verpflichten“, sagte der Präsident des Bürgerausschusses Münsterischer Karneval, Dr. Helge Nieswandt, nach den beiden Fernsehaufzeichnungen zu später Stunde. Es gebe nur niemanden.

Tanzformation aus Münster

So gab es viel Applaus für Christoph Brüske, der sich zumindest mit Münsters derzeit grottig kickenden Drittliga-Fußballern beschäftigte. „Preußen ist im Moment die SPD der dritten Liga“, bemerkte er treffend. Ein erstligareifes Stadion wollten sie bauen, wo doch ein Ascheplatz reichen würde. Als Brüske letztens durch den Hafen geschlenderte sei, habe er vor der Sportbar die Hinweistafel auf eine Liveübertragung gesehen. Darauf habe gestanden: „14 Uhr, Preußen gegen Meppen. Im Anschluss Fußball.“

Wenn auch nicht aus einem Karnevalsverein, gab es doch eine Tanzformation aus Münster, die begeisternd über die Bühne wirbelte: Europas größtes integratives Tanzensemble, Funky e.V. aus Münster, rockte die Halle Münsterland. Gründer Hanno Liesner erläuterte: „Ich hatte mich gewundert, dass Menschen mit Behinderung nicht einfach in eine Tanzschule gehen können. Da haben wir gesagt, das müssen wir selbst machen.“ Der Saal quittierte den schwungvollen Formationstanz der Funkies mit einer „Rakete“.

Thorsten II. (Brendel) genoss die Fernsehaufzeichnung und sang seine beiden Lieder besonders telegen. „Ich bin stolz, Prinz dieser wunderschönen Stadt zu sein“, betonte er. „Und heute sind wir alle Münsteraner.“

Zum Thema

Fernsehgala „Westfalen haut auf die Pauke“, Karnevalsdienstag (25. Februar), 20.15 Uhr, WDR

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