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ADFC wettert gegen Veranstaltungen

„Promenade ist keine Showbühne“

Münster

Kritik an Promenaden-Veranstaltungen wie dem Flohmarkt und der Grünflächenunterhaltung übt der ADFC. Solche Events behinderten den Radverkehr. Sie sollten daher nicht mehr dort stattfinden.

Martin Kalitschke

Die Promenade ist nicht nur bei Fußgängern und Radfahrern beliebt – sondern an ausgewählten Tagen auch ein Veranstaltungsort. Neben dem Flohmarkt findet hier zwei Mal pro Jahr die Grünflächenunterhaltung statt. Foto: jvg

An sieben Tagen pro Jahr ist die Promenade Schauplatz von Großveranstaltungen – das ist deutlich zu oft, meint der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Münster. „Die Promenade ist eine Verkehrsfläche und keine Showbühne“, kritisiert der ADFC-Vorsitzende Peter Wolter. Er fordert, dass der fünf Mal im Jahr stattfindende Flohmarkt und das Musik-Event „Grünflächenunterhaltung“, das an zwei Samstagen über die Bühne geht, künftig grundsätzlich nicht mehr auf der Promenade stattfinden sollen.

Wolter begründet seine Forderung mit dem Anspruch Münsters, Fahrradhochburg zu sein. „Ein Fahrrad ist kein Spaß- oder Freizeitgerät, sondern ein vollwertiges Verkehrsmittel.“ Daher gehe es nicht an, dass die Fahrräder durch solche Veranstaltungen behindert würden.

„Meine Botschaft an die Verwaltung lautet: Übertreibt es nicht“, so Wolter weiter. Nach seinen Angaben gebe es bei der Stadt bereits Überlegungen, noch mehr Veranstaltungen auf der Promenade durchzuführen. Leidtragende wären die Radfahrer. Sie müssten Umwege, zum Teil über stark befahrene Straßen, in Kauf nehmen, um pünktlich ans Ziel zu kommen. Er selbst habe einen Zug verpasst, weil bei der Grünflächenunterhaltung zu viele Zuhörer auf der Promenade standen und den Weg blockierten, sagt er.

Franz-Josef Gövert vom Grünflächenamt dementiert, dass die Stadt weitere Promenaden-Veranstaltungen plane. „Die Promenade ist eine Verkehrsfläche, Veranstaltungen bleiben auch künftig die absolute Ausnahme.“ Flohmärkte und Musik-Events an einigen wenigen Samstagen, an denen keine Schüler und Berufspendler unterwegs sind, hält er für vertretbar. „Es gibt auch viele Radfahrer, die diese Veranstaltungen genießen.“

Wolter regt an, wenigstens einen Teil der Promenade mit Flatterband für Radler freizuhalten – oder Veranstaltungen auf Freiflächen neben der Promenade zu konzentrieren.

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