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Widerstand

Skurriler Protest vor Rentenversicherung

Münster

Skurriler Widerstand: Vor der Rentenversicherung in Münster protestiert Torsten K. und macht seinem Ärger lautstark Luft. Und das will er nun auch in den kommenden Wochen tun.

Torsten K. und zwei Mitstreiter protestieren vor dem Gebäude der Deutschen Rentenversicherung Westfalen in Münster. Foto: Matthias Ahlke

Torsten K. ist wütend genug, um seinen Ärger über die Deutsche Rentenversicherung Westfalen per Megafon gegen die weißen Wände des Bürogebäudes zu brüllen. „Ihr seid mir hier ein paar Spezies, ich kann euch sagen. Das geht so nicht weiter. Das steht fest“, schimpft der Herner am Dienstag in Münster.

Ein Grund für seine Wut ist ein Bekannter, der wieder arbeiten solle, obwohl: „Bei dem lösen sich die Knochen auf“. Ein anderer Grund: Dass K. arbeiten soll, obwohl sein Herz nur noch 45 Prozent seiner Leistung bringe und er mit einer Pseudodemenz lebe.

Torsten K. will jeden Dienstag in Münster demonstrieren

Nach 26 Arbeitsjahren war der ehemalige Opelianer nach eigenen Angaben fast sechs Jahre Rentner, als er im November einen Antrag bei der Rentenversicherung gestellt hatte, dass seine Erwerbsminderungsrente verlängert wird. Dafür sollte ihn ein Arzt begutachten, der 90 Prozent aller Anträge ablehne, behauptet der Demon­strant.

Seit 1996 zahle er in die Rentenversicherung ein, die er mit nicht zitierbaren Schimpfwörtern bezeichnet. „Da krieg’ ich Blutdruck.“ Nun will er jeden Dienstag mit dem Auto nach Münster kommen und in sein Megafon schimpfen. Wenn nötig, auch bis zum nächsten Jahr.

Ein Sprecher der Versicherung verweist darauf, dass jeder Versicherte „gegen un­sere Entscheidungen Rechtsmittel vor dem Sozialgericht“ einlegen könne.

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