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AfD-Kreisparteitag in der Stadthalle Hiltrup

Proteste draußen – und auch drinnen

Münster

Wenn sich die AfD in Münster versammelt, ist das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ meist nicht weit – auch in Pandemiezeiten. Anlässlich des AfD-Kreisparteitags in der Stadthalle Hiltrup kamen am Samstag rund 90 Menschen zusammen, um gegen die Partei zu protestieren.

Julian Alexander Fischer

Rund 90 Menschen versammelten sich vor der Stadthalle Hiltrup, um mit Abstand gegen den AfD-Parteitag zu demonstrieren. Foto: Julian Alexander Fischer

Bündnissprecher Carsten Peters machte in seiner Rede deutlich: „Die Präsenz der AfD ist in der Pandemie weniger geworden. Aber Rassismus und völkisches Denken sind nicht verschwunden.“ Die Polizei war derweil überrascht von der hohen Teilnehmerzahl, dabei schauten noch viele weitere Menschen im Livestream von zu Hause aus den Redebeiträgen zu.

In einer Stellungnahme der Antifaschistischen Aktion ging Thomas Bloch beispielsweise auf den Konflikt zwischen Kreis- und Bezirksverband der AfD ein: „Es ist kein inhaltlicher Streit, es geht um Macht! Beide versuchen, sich vom Begriff des Rechtsextremismus abzugrenzen. Aber es braucht keinen Nazi-Skandal, um sie als rechtsextrem zu erkennen.“

Auch in der Stadthalle gab es scharfe Kritik an der Parteiführung. Einige AfD-Mitglieder zeigten sich unzufrieden mit dem Vorgehen von Vorstandssprecher Martin Schiller im Kommunalwahlkampf. „Es gibt eine katastrophale Organisation, wir haben zuletzt 27 Mitglieder verloren und ich frage mich, wo das ganze Geld ist“, beschwerte sich ein Mitglied.

Die geforderte Aussprache wurde jedoch knapp abgelehnt. Eine Mehrzahl der Mitglieder steht noch zu ihrem Vorstand. So wurde Schiller schließlich ebenso wie acht weitere Parteimitglieder als Delegierter für den Landesparteitag in einem Monat in Kalkar gewählt. Dort hofft er dann auf einen aussichtsreichen Listenplatz für die nächste Bundestagswahl.

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