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Alex-Talk zum Thema digitale Psychotherapie

Psychotherapie geht auch digital

Münster

Die online-basierte Psychotherapie kann eine wirksame Ergänzung in der psychotherapeutischen Behandlung sein.

Die Chancen und Risiken digitaler psychotherapeutischer Angebote erläuterte Dr. Eva Nadine Striepens beim hybriden Alex-Talk im Gespräch mit Stefan Werding, Redakteur dieser Zeitung. Foto: A. Große Wöstmann

Studien, Patientenbefragungen oder auch die Erfahrungen der Therapeutinnen und Therapeuten selbst haben es vielfach bestätigt: Die online-basierte Psychotherapie kann ein eigenständiger Baustein, aber auch eine ebenso wirksame Ergänzung in der psychotherapeutischen Behandlung sein.

„Denn unsere bisherigen Erfahrungen haben uns nicht nur seit der Pandemiezeit klar gezeigt, dass wir auch im Bereich der Psychotherapie digital mehr können, als wir uns zuvor zugetraut haben“, bilanziert Dr. Eva Nadine Striepens.

Im Gespräch mit Stefan Werding, Redakteur dieser Zeitung, erläuterte die ärztliche und therapeutische Leiterin des Alexianer-Centrums für Psychiatrie, Neurologie Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Münster beim hybriden Alex-Talk die Chancen und Grenzen der digitalen Psychotherapie.

Lange Wartezeiten auf eine Therapie, die örtliche und zeitliche Flexibilität oder auch manchmal krankheitsbedingte Umstände selbst – all diese Gründe können für eine digitale Behandlungsoption sprechen und so manchen erkrankten Patienten oft schnell und genauso wirksam in seiner Erkrankung auffangen.

Doch das Angebot im Netz sei unübersichtlich und zudem von einem rasanten Wachstum geprägt. Umso wichtiger sei es, hier mithilfe von verordneten und vom Arzt individuell ausgewählten Apps die passgenaue Unterstützung zu finden.

43 Studien zum dem Thema ausgewertet

Dabei sei die videobasierte Psychotherapie genauso wirksam wie die Face-to-Face-Therapie, berichtete Striepens mit Blick auf eine Auswertung von insgesamt 43 Studien zur Evidenz der internet-basierten Optionen.

„Entscheidend für den Erfolg einer Therapie ist, dass sich der Patient in der Beziehung zu seinem Therapeuten gut aufgehoben fühlt, und dies ist eben oft ganz unabhängig vom Modus der Kommunikation“, betonte Striepens. Natürlich gebe es auch „digitale“ Grenzen. So eigne sich die Online-Therapie zum Beispiel nicht für Kriseninterventionen und eröffne auch nicht alle diagnostischen Möglichkeiten.

„Hingegen bietet uns die virtuelle Realität bei bestimmten Erkrankungen wie zum Beispiel Angsterkrankungen wiederum sehr gute und realitätsnahe Möglichkeiten der Exposition, die sonst oft sehr aufwendig und teils auch teuer wären.“

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