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Ausstellung

„Queer Münster“: Die andere Stadt-Geschichte

Münster

Anlässlich des 50. Jahrestages der ersten schwul-lesbischen Demonstration in Deutschland, die 1972 in Münster stattfand, haben sich Forschende auf Spurensuche begeben. Ergebnis ist ein Ausstellungsprojekt, das jetzt im LWL-Museum für Kunst und Kultur gezeigt wird.

Am Prinzipalmarkt standen sich Stadtbevölkerung und Demonstrierende bei der ersten schwul-lesbischen Kundgebung in der Bundesrepublik vor 50 Jahren gegenüber. Foto: Stadtarchiv Münster/Rosa Geschichten/Schwul-lesbisches Archiv

Die Ausstellung „Queer Münster. Eine andere Geschichte der Stadt“ wird am Freitag (21. Oktober) ab 19 Uhr im LWL-Museum für Kunst und Kultur am Domplatz eröffnet. Von Montag (24. Oktober) bis zum 5. November ist die Schau dann in der Stadtbücherei am Alten Steinweg zu sehen. Die Stadt Münster unterstützte das Ausstellungsprojekt, das mit Fotos, Originaltexten und Erläuterungen auf 22 Schautafeln die jüngere Geschichte Münsters aus einer queeren Perspektive nachzeichnet.

„Die Macherinnen und Macher der Ausstellung holen damit das Thema Homosexualität in die Mitte der Gesellschaft und regen zum Dialog abseits der heterosexuellen Norm an“, sagt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Mit Bürgermeisterin Maria Winkel wird sie die Gäste bei der Eröffnung begrüßen.

Spurensuche mit Studierenden

Zusammen mit Studierenden der Universität Münster hatten sich Dr. Julia Paulus und Dr. Claudia Kemper, beide Historikerinnen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, auf Spurensuche begeben. Sie wollten wissen, wo Vorläufer der heutigen queeren Community liegen. Anlass für dieses Projekt war der 50. Jahrestag der ersten schwul-lesbischen Demonstration in Deutschland, die am 29. April 1972 in Münster stattfand – lange vor den ersten deutschen Christopher Street Days.

„Seitdem hat sich die queere Community vielfältig entwickelt und für Gleichberechtigung und Anerkennung eingesetzt. Diese Zeit und das Engagement von Homosexuellen einem breiten Publikum zugänglich zu machen, ist wichtig – auch um die gegenwärtige Situation und weiterhin bestehende Herausforderungen für Lesben, Schwule, trans*, bi- oder nicht-binäre Personen nachvollziehen zu können“, so Claudia Kemper in einer städtischen Pressemitteilung. „Dabei wird auch deutlich, dass diese andere Geschichte der Stadt die ganze Gesellschaft etwas angeht“, ergänzt Julia Paulus.

Auch Verfolgung während des NS-Regimes wird erforscht

„Dieses Engagement und die gesellschaftliche Vielfalt in historischer Perspektive sichtbar zu machen, ist uns ein wichtiges Anliegen“, betont Markus Chmielorz, Ansprechperson der Stadt für den Themenbereich LSBTIQ*.

Parallel erforscht ein Team des städtischen Amts für Gleichstellung, des Stadtarchivs und des Geschichtsorts Villa ten Hompel die Geschichte von Menschen aus Münster, die als Homosexuelle während der NS-Herrschaft und bis 1969 verfolgt wurden. Spuren einer queeren Geschichte fanden die Forschenden vor allem in der gemeinschaftlichen Sammlung „Rosa Geschichten“, die kürzlich vom KCM Schwulenzentrum Münster an das Stadtarchiv übergeben worden war.

Nach der Präsentation in der Stadtbücherei wandert die Ausstellung unter anderem durch Schulen. Fragen zu Leihmöglichkeiten beantworten das Stadtarchiv Münster (archiv@stadt-muenster.de) oder das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.

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