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Rund um den Aasee

Radfahrer auf Fußgängerwegen: Unliebsame Begegnungen

Münster

Die Wege rund um den Aasee erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit – in Zeiten von Corona werden sie noch stärker frequentiert. Von Fußgängern, denen sie ausdrücklich vorbehalten sind – aber auch von Radfahrern, die hier eigentlich nichts zu suchen haben.

Martin Kalitschke

Der Weg rund um den Aasee ist Fußgängern vorbehalten – dennoch wird er immer wieder auch von Radfahrern genutzt. Das Ordnungsamt kontrolliert regelmäßig und verhängt zuweilen auch Verwarnungsgelder. Foto: kal

Gerade in den vergangenen Wochen ähnelten sie eher Rad- als Fußwegen, kritisiert ein Anwohner, der unserer Zeitung bekannt ist, aber nicht genannt werden möchte. „Teilweise radeln dort ganze Gruppen, manche verhalten sich wie Rowdys, immer wieder müssen Spaziergänger ihre Kinder, Hunde und sich selber in Sicherheit bringen“, hat er beobachtet. Sein Appell: Radfahrer sollten auf jene Wege ausweichen, die sie benutzen dürfen – und das Ordnungsamt sollte stärker kontrollieren.

Aasee als Kontrollschwerpunkt

„Die Problematik ist bei der Stadt Münster sehr präsent“, betont das Ordnungsamt auf Anfrage unserer Zeitung. Daher stellten der Aasee und sein Umfeld für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) auch einen Kontrollschwerpunkt dar. Der KOD fordere primär zu rücksichtsvollerem Verhalten auf. „Im Regelfall stoßen wir auf Verständnis.“ Gegebenenfalls würden Personen angehalten, bei Verstößen könnten auch schon mal Knöllchen zwischen 15 und 30 Euro fällig werden. Im Schnitt kontrolliere das Ordnungsamt fünf Mal täglich, ob sich die Radfahrer an die Spielregeln halten – an Tagen wie dem 1. Mai gebe es sogar eine Dauerpräsenz. Mehr gehe nicht, betont das Ordnungsamt mit Blick auf seine Personalausstattung. Eine Statistik zur Zahl und zur Verwarnungsgeldhöhe führe die Stadt nicht.

In „normalen“ Zeiten sind unliebsame Begegnungen zwischen Radfahrern und Fußgängern zumindest ärgerlich – in Zeiten von Corona können sie zudem zu Verunsicherung und Angst führen, wenn Radfahrer allzu nah an Fußgängern vorbeirauschen, den empfohlenen Mindestabstand also nicht einhalten. Die Stadt appelliert daher „an alle Verkehrsteilnehmer, egal ob Fußgänger, Radfahrer oder Kfz-Verkehr“, in Zeiten der Corona-Pandemie die notwendigen Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Virus zu beachten – nicht nur am Aasee, sondern überall im Stadtgebiet. „Dazu gehört es auch, Abstand zu halten und, falls erforderlich, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen“, unterstreicht das Ordnungsamt. Die Verwaltung werde diesen Appell künftig auch in ihre Öffentlichkeitsarbeit aufnehmen.

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