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Klage vor dem Verwaltungsgericht Münster

Radfahrer müssen Radweg benutzen

Münster

Das Urteil des Verwaltungsgerichts ist noch nicht gefällt, dennoch gab es am Donnerstag keinen Zweifel daran, wie die Entscheidung des Richters ausfallen wird: Radfahrer müssen auch künftig auf der Wolbecker Straße den Radweg benutzen und dürfen nicht auf der Straße fahren.

Helmut Etzkorn

Auf den Radwegen an der Wolbecker Straße kann es schon mal eng werden. Foto: Oliver Werner

Das Verwaltungsgericht Münster beschäftigte sich am Donnerstagmorgen mit einer Klage des Radfahrers Rasmus Richter, der gern auf der Fahrbahn radeln möchte. Und obwohl das Urteil erst in der nächsten Woche verkündet wird, ließ Richter Beckmann keinen Zweifel daran aufkommen, dass er bei der sogenannten Radwegebenutzungspflicht bleiben wird.

Die entsprechende Beschilderung, die aus einer verkehrsrechtlichen Anordnung der Stadt aus dem Jahr 1998 resultiert, seien weiterhin gültig. Auch seien die Auswirkungen für den Kläger, der sich selbst als erfahrener Radfahrer in Münster bezeichnet, weder schwer noch unerträglich. Im aktuellen Bauzustand der Wolbecker Straße sieht die Stadt, so der stellvertretende Ordnungsamtschef Norbert Vechtel, keine Möglichkeit, von der Benutzungspflicht des Radweges abzuweichen. Vechtel: „Es ist einfach zu gefährlich, und niemand kann uns als Stadt die Haftungsverantwortung abnehmen.“

Bis zu 12 000 Fahrzeuge auf der Wolbecker Straße

Auf der Hauptverkehrsachse rollen täglich bis zu 12 000 Fahrzeuge, nur mit baulichen Änderungen wie einer wesentlichen Verbreitung des gesamten Verkehrsraumes könnte man die Situation entspannen. Vechtel verwies drauf, dass bereits auf vielen Straßen im Stadtgebiet Radfahrern erlaubt sei, auf der Fahrbahn zu radeln. Das könne aber nicht für Hauptachsen wie der Hammer Straße, den Ringen oder eben der Wolbecker Straße gelten. Zudem sei der Bereich zwischen Eisenbahnstraße und Hohenzollernring, den der Kläger freigegeben haben wollte, in Sachen Unfallhäufigkeit unauffällig. Alle Beobachter rechnen nun damit, dass der Richter die Klage des Radlers abweisen wird.

Kläger enttäuscht

Peter Wolter, Chef des ADFC Münster, bezeichnete es als „Armutszeugnis“, dass sich die Stadt auf die Gesetzesgrundlage berufe. Der Anteil der Radfahrer liegt in Münster laut Wolter inzwischen bei 40 Prozent, allerdings ständen 80 Prozent der Fläche Autofahrern zur Verfügung. Die Benutzerzahlen müssten sich auch in der Aufteilung der Verkehrsfläche widerspiegeln, so Wolter. Der ADFC will einen Pilotversuch „Radfahrer auf der Fahrbahn“ auf einer der Hauptverkehrsstraßen in Münster. Der Kläger zeigte sich vom Ausgang der Verhandlung enttäuscht: Rasmus Richter: „Ich werde als guter Radfahrer nun auch noch dafür bestraft und das ist hochgradig zynisch.“

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