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Debatte bei Grünen, SPD und Volt

Ratsbündnis ringt um einheitliche Position zum Flyover

Münster

Wie wollen sich die Ratsparteien zum umstrittenen Flyover positionieren? Die CDU ist dafür, bei den Parteien im Ratsbündnis läuft die Meinungsbildung. Kontroversen sind dabei nicht ausgeschlossen.

Klaus Baumeister

Große Fußgänger- und Radlermassen kommen am Aegidiitor zusammen. Welche Abhilfe kann da eine Brücke schaffen? Über diese Frage wird diskutiert. Foto: Oliver Werner

Die politischen Drähte zum Verkehrsprojekt Flyover laufen heiß. Am Donnerstagabend diskutierte Stadtbaurat Robin Denstorff zweieinhalb Stunden lang mit den Mitgliedern des Mobilitätsausschusses, am Freitag war Oberbürgermeister Markus Lewe mit den Fraktionsvorsitzenden zur Videokonferenz verabredet.

Dabei sicherte Lewe den Kommunalpolitikern „vollständige Information“ zu, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Lewe betonte, dass es sich bei der von unserer Zeitung vorgestellten, negativen Studie um einen „nicht autorisierten Erstentwurf“ gehandelt habe.

Derweil hat die politische Diskussion an Fahrt gewonnen. Die Position der CDU ist klar, sie unterstützt die Radlerbrücke, die die Promenade mit der Bismarckallee verbinden soll. Aus dem Ratsbündnis aus Grünen, SPD und Volt hört man, dass man eine gemeinsame Positionierung anstrebt. Wie diese aussehen soll, ist offen.

Viel Geld von Bund und Land

Hier einige Aspekte, an denen sich die aktuelle Debatte festmachen lässt:

  • Bund und Land wollen 9,4 Millionen Euro für die Brücke zur Verfügung stellen. Das ist außergewöhnlich viel Geld, sodass die Geldgeber ein Nein zu dem Projekt als Undankbarkeit verstehen könnten. Was hätte dies für Konsequenzen für andere Radprojekte in Münster, die gefördert werden sollen?
  • Die Stadtverwaltung begründet die Brücke mit einer zu erwartenden Verdoppelung der Radfahrerzahlen auf der Achse Promenade-Bismarckallee. Die Grünen sehen den Flyover, wie zu hören ist, sehr kritisch, wollen aber zugleich steigende Radlerzahlen. „Sie befinden sich in einem argumentativen Dilemma“, so ein Insider.
  • Sollte der Rat den weiteren Planungen zum Flyover zustimmen, stünde als nächster Schritt ein Gestaltungswettbewerb an. Was ist, wenn dann aussagekräftige Visualisierungen vorliegen und ein Aufschrei des Entsetzens durch die Stadt geht? „Können wir die Brücke dann noch stoppen?“, fragt ein Ratsmitglied.
  • Das Mehrheitsbündnis ist nach vorliegenden Informationen fest entschlossen, abseits einer möglichen Brücke den Autoverkehr auf der Achse Weseler Straße/Stadtgraben zu minimieren und Querungsmöglichkeiten für Radler zu verbessern. Was wäre, wenn in diesem Zusammenhang eine ebenerdige Lösung umgesetzt wird, die die Brücke überflüssig macht? Die Ratsgruppe Volt hat dieses Problem bereits angesprochen.
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