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AfD-Empfang im Rathausfestsaal

Ratsherr Schiller gibt Petrys Türsteher

Münster

Journalisten werden nur einzeln zum Pressegespräch mit Frauke Petry vorgelassen. Auf interne Querelen gibt es keine Antworten.

Klaus Baumeister

Martin Schiller (r.) begleitete Petry ins Rathaus, links Petrys Mann, der AfD-Landeschef Marcus Pretzell. Foto: Wilfried Gerharz

Für Martin Schiller ist es der Auftritt seines Lebens. Der münsterische AfD-Ratsherr steht vor der Tür des Braunsberg-Zimmers im Rathaus am Prinzipalmarkt. Ihm obliegt es, kleine Journalistengruppen zu Kurzinterviews zur AfD-Chefin Frauke Petry vorzulassen.

Eine gemeinschaftliche Pressekonferenz, wie von den Journalisten gefordert, wird abgelehnt. Während das Dauerpfeifen der Demonstranten draußen unentwegt zu hören ist, verkündet Schiller schon mal, dass Petry auf Fragen zu den AfD-internen Querelen nicht antworten werde.

Freitagabend im historischen Rathaus. Derweil Schiller bei Ratssitzungen als AfD-Einzelkämpfer im Meer von 72 Ratsmitgliedern kaum auffällt, steht er an diesem Abend komplett im Mittelpunkt. Er ist es, der Frauke Petry mit ausgewählten Parteimitgliedern bekannt macht. Er ist es, der die Bundesvorsitzende in den vollbesetzen Rathausfestsaal führt und die Begrüßung übernimmt.

Die Gastrednerin bei dem Neujahrsempfang, ganz Profi, weiß genau, was ihre Anhänger hören möchten: Lob für Trump, Lob für den Brexit. Als sie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit DDR-Medien vergleicht, gibt es sogar frenetischen Jubel.

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Auch Martin Schiller weiß, wie man Applaus bekommt: Dass die Flüchtlinge in Münster auf 60 Unterkünfte verteilt seien, „ist ein Albtraum für jeden Terrorismus-Experten“.

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