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Kongress der Gesamtschulvertretungen in NRW

Raus aus dem „digitalen Loch“

Münster

Die digitalen Ausstattung von Schulen und die Gestattung digitaler Unterrichtsmodelle ist – erst recht angesichts der Corona-Pandemie – ein brennendes Thema für Lehrerinnen und Lehrer. Entsprechend groß war die Resonanz beim Landeskongress der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule NRW.

Von Karin Völker

Volles Haus beim Landeskongress der NRW-Gesamtschulvertretungen in der Gesamtschule Münster Mitte (v.l.): Bürgermeisterin Angela Stähler, Bundesvorsitzender Dieter Zielinski, Werner Kersi (Landesvorstand), Jochen Ortt, schulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Andreas Tempel, Schulleiter aus Solingen, und Kathrin Kösters, Schulleiterin und Gastgeberin. Foto: kv

Digitale Ausstattung der Schulen und Konzepte für digitalen Unterricht – dieses Thema hat in der Pandemie ungeahnte Dynamik gewonnen. Leider nicht überall zur Zufriedenheit an den Schulen – und entsprechend groß war zu diesem Thema am Dienstag die Resonanz beim Landeskongress der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule (GGG) NRW, in der Schulen aller integrierten Schulsysteme vereint sind und ihre Interessen vertreten.

Ausrichterin der Tagung mit rund 300 Teilnehmenden – ausschließlich Geimpfte und Genesene hatten Zutritt – war die Gesamtschule Münster Mitte, und das nicht von ungefähr. Die Gesamtschule Münster Mitte hatte in diesem Jahr die Deutschen Schulpreis mit ihrem Konzept des digitalen Unterrichts gewonnen. Was noch einmal Anlass für Bürgermeisterin Angela Stähler war, die Schule bei ihrer Begrüßung der Gäste zu der Auszeichnung zu gratulieren – und auch mit Blick auf die anwesenden Vertreter der Bezirksregierung, den dringenden Bedarf für die Gründung einer weiteren städtischen Gesamtschule am zur Verfügung stehenden, gut ausgestatteten Schulzentrum in Roxel zu verdeutlichen.

Gesamtschulplätze sind vielerorts rar

Vielerorts in Nordrhein-Westfalen sind Gesamtschulplätze rar – und noch nicht einmal potenzielle Standorte im Gespräch, wie eine Rednerin aus Köln bemerkte: Dort gingen jährlich 700 bis 1000 Kinder bei der Suche nach einem Gesamtschulplatz leer aus, in Münster sind es regelmäßig mindestens 200.

Es wurde deutlich, dass sich im „digitalen Loch“, in dem sich viele Schulen nach wie vor befänden, während der Pandemie ein großes kreatives Potenzial entwickelt habe.

Über Konzepte und Strategien der Schuldigitalisierung diskutierten die Pädagogen in Dutzenden von Workshops, die im ganzen Schulgebäude stattfanden. Klassenzimmer waren am Mittwoch für die Lehrer des Kongresses reserviert – Schülerinnen und Schüler verbrachten einen Studientag daheim, so Schulleiterin Kathrin Kösters.

Schulen fordern mehr Eigenregie bei der Digitalisierung

Die integrierten Schulen fordern mehr Eigenregie bei der Verwendung der Mittel für digitale Ausstattung. Generell fordern die Schulen weniger Reglement und mehr Freiheiten.

Und schließlich: Die finanziellen Mittel für die digitale Ausstattung müssten nach einem Sozialindex verteilt werden, um mehr Chancengleichheit zu gewährleisten, forderten sie.

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