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Verkehrsversuch vor dem Hauptbahnhof

Reaktionen auf Dauerstau: „Das war alles vorauszusehen“

Münster

Der Verkehrsversuch zwischen Ludgeriplatz und Landeshaus sorgt seit Anfang der Woche für Dauerstau vor allem auf der Bahnhofstraße. Die Reaktion unserer Leser per Mail und auf Facebook fällt eindeutig aus: Die große Mehrheit lehnt den Verkehrsversuch ab.

Von Martin Kalitschke

Seit Anfang der Woche herrscht auf der Bahnhofstraße Dauerstau – Folge eines Verkehrsversuchs, der erst am kommenden Montag offiziell beginnt. Foto: ohw

Seit Anfang der Woche stehen die Autos auf der Bahnhofstraße im Dauerstau, da der Individualverkehr im Rahmen eines Verkehrsversuchs nur noch eine Spur benutzen darf. Zu unserer Berichterstattung vom Donnerstag haben uns bei Facebook und per Mail zahlreiche, den Versuch fast durchweg ablehnende Reaktionen unserer Leser erreicht – hier eine Auswahl.

„Das war alles vorauszusehen und meiner Einsicht nach auch gewollt. Aktionen gegen Autofahrer sind derzeit in Münster en vogue. Für geringfügige Beschleunigung des Busverkehrs werden lange Staus produziert, ohne Rücksicht auf eventuelle wirtschaftlich negative Folgen“, schreibt Christina Senninger.

Ernst Schotte: „Der Versuch sollte so schnell wie möglich wieder rückgängig gemacht werden. Es darf nicht sein, dass Hotels und Geschäfte an Kunden und Umsatz verlieren, die Reisenden aus Verärgerung Münster umfahren und ihr Geld in einer anderen Stadt ausgeben.“

„Abgase werden in die Luft geblasen“

„Wenn jetzt Autofahrer im Endlosstau stehen, erfüllt das vielleicht so manchen grünen Ideologen mit Schadenfreude“, schreibt Gabriele Mertens. „Vielleicht überlegen sich die hierfür verantwortlichen Politiker aber doch mal Antworten auf die folgenden Probleme: Dass durch endlos im Stau stehende Autos viele zusätzliche, vermeidbare Abgase in die Luft geblasen werden, dass durch Corona schon genug gebeutelte Geschäftsleute hier auf ein Neues und völlig unsinnigerweise große Behinderungen hinnehmen müssen (...).“

„Mit dieser Maßnahme hat die Stadt Münster endgültig jedes Augenmaß verloren“, meint Jürgen Manthey. „Opfer sind Hunderte von Menschen, die im Umfeld des Bahnhofs an Bushaltestellen warten und den Abgasen ausgesetzt sind. Was für eine Art von Umweltschutz ist das?“

„Als unmittelbar betroffener Anlieger der Bahnhofstraße kann ich die Verkehrspolitik des Rates der Stadt Münster nicht nachvollziehen“, schreibt Jürgen Knecht. „Jetzt haben die Planer einen Verkehrsstau geschaffen, der zu vermehrten Abgasen und mehr Lärm sorgt, was ja vorher gerade vermieden werden sollte. Wenn während der Schul- und Semesterferien ein derartiger Versuch gestartet wird, wie soll dann das alltägliche Verkehrsaufkommen getestet werden?“

„Das war zu erwarten“

Hinter dem Versuch steht Margret Simons: „Es stand zu erwarten: Noch bevor die Verkehrsversuche richtig angelaufen sind, baut sich eine Horde alter weißer Männer für ein martialisches Zeitungsfoto auf und krakeelt schon mal rum. (...) Ich kann nur hoffen, dass sich Politik und Stadtwerke von diesem erwartbaren Ego-Trommelfeuer nicht beeinflussen lassen.“

„Die auf der Bahnhofstraße eingeführte Regelung schadet mehr der Umwelt und dem Klima als dass sie dem Busverkehr hilfreich ist. Die zusätzlichen Abgase stinken im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel. Jetzt noch einen Luftmesspunkt dort installieren, und der gesamte Autoverkehr wird bald in Münster noch mehr verteufelt“, so Werner Garbe.

„Zurück ins Mittelalter“

Auf Facebook gingen bis Donnerstagnachmittag mehr als 150 Kommentare ein, die meisten lehnen den Verkehrsversuch ab. Die Reaktionen reichen hier von „Münster kehrt ins Mittelalter zurück“ über „ziemliche Katastrophe“ und „mich wundert gar nichts mehr“. Aber es gibt auch vereinzelt Verständnis für den Verkehrsversuch. So plädiert eine Userin, die Ergebnisse erst einmal abzuwarten.

Die Diskussion geht weiter – auf unserer Facebookseite (www.­facebook.com/wnonline) oder per Mail: redaktion.ms@­zeitungsgruppe.­­ms

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