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Simulationszentrum im St.-Franziskus-Hospital

Realitätsnahes Training für den Notfall

Münster

Notfälle im Kreißsaal kommen zum Glück nur selten vor. Damit die Mitarbeiter des St.-Franziskus-Hospitals dennoch für den Ernstfall gewappnet sind, üben sie regelmäßig im medizinischen Simulationszentrum „FranziskusSIM“.

Reanimation im Team: Das Training am Simulator erleben viele Teilnehmer als realitätsnah. Foto: St.-Franziskus-Hospital

„Notfall im Kreißsaal, ihr müsst sofort kommen!“ Wenn dieser Anruf eingeht, ist auf der Neugeborenen-Intensivstation allergrößte Eile geboten: Eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt und eine Pflegekraft begeben sich umgehend auf schnellstem Weg zum Neugeborenen in den Kreißsaal.

Was ist passiert? Auch nach einer unauffälligen Schwangerschaft kann das Baby direkt nach der Geburt Anpassungsstörungen zeigen, zum Beispiel beim Kreislauf, häufiger noch bei der Atmung. Dann muss das Behandlungsteam der Kinderklinik schnell entscheiden, jeder Handgriff muss sitzen.

Simulatoren sind Menschen nachgebildet

Zum Glück gibt es solche Situationen nach der Geburt nicht so häufig – und gerade deshalb ist es wichtig, dass die Notfallteams in der Kinderklinik regelmäßig solche Einsätze trainieren, um im Fall der Fälle sicher und souverän zu handeln. Das geschieht direkt auf dem Franziskus-Campus im medizinischen Simulationszentrum „FranziskusSIM“.

„Hier trainieren Teams aus Medizinern und Pflegekräften Situationen, die im klinischen Alltag seltener vorkommen und die neben Ausbildung, Fachwissen, und Erfahrung auch zielgerichtete Kommunikation voraussetzen. Die Simulatoren sind Nachbildungen von Menschen, die Körperfunktionen nachstellen, auf Eingriffe reagieren und kommunizieren können“, erklärt Annika Rott, Pädagogische Leitung des „FranziskusSIM“.

Alle Fachdisziplinen sind dabei

Damit sich die Patientinnen jederzeit auf optimale Diagnosestellung und Therapie verlassen können, werden alle betreffenden Fachdisziplinen regelmäßig zu Teamtrainings eingeladen. „Die KollegInnen kommen zusammen und werden verschiedenen Notfallszenarien ausgesetzt. In der geschützten Simulations-Umgebung werden diese gemeinsam bearbeitet, und wir halten die Situationen in Bild und Ton fest. So können wir bei der Nachbesprechung wichtige Szenen intensiver betrachten und wertvolles Verbesserungspotenzial entdecken“, erläutert Dr. Christian Albiker, Ärztlicher Leiter des Simulationszentrums.

„Auf unserer neuen Früh- und Neugeborenen-Intensivstation wollen wir die Voraussetzungen schaffen, diese Trainings auch vor Ort und damit nah an der Arbeitsrealität anbieten zu können“, berichtet Kinderkrankenpflegekraft und „FranziskusSIM“-Mitarbeiterin Corinna Bücker. „Dann ist künftig nicht nur unsere Teamarbeit gut, sondern es sind auch die Räume, in denen wir sie erbringen.“

Mehr Raum für Nähe

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