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Nach dem Tod eines CSD-Teilnehmers

Trauriges Geschehen löst bundesweit Reaktionen aus

Münster

Nach der tödlichen Attacke auf einen CSD-Teilnehmer in Münster wird weiter gegen den 20-jährigen Tatverdächtigen ermittelt. Der traurige Vorfall löste ein bundesweites Echo aus.

Menschen verleihen am Wochenende ihrer Trauer auf den Stufen des Rathauses mit Kerzen, Schildern und Blumen Ausdruck. Foto: Oliver Werner

Nach der gewalttätigen Attacke auf einen am Freitag gestorbenen Transmann gehen die Ermittlungen gegen den 20-jährigen Verdächtigen weiter. „Ich bin froh, dass die Festnahme des Tatverdächtigen nach dem brutalen Angriff am Rande des CSD noch am Freitag gelungen ist“, erklärte Münsters Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf am Wochenende.

Ihr Dank gelte den Kolleginnen und Kollegen, „die in aller Konsequenz und Akribie die Ermittlungen vorangetrieben haben“. Eine Polizistin hatte den Verdächtigen am Hauptbahnhof zufällig erkannt.

Polizeipräsidentin betont Zusammenhalt der Gesellschaft

Als hilfreich erwies sich bei der Suche nach dem möglichen Täter umfangreiches Bild- und Videomaterial vom Christopher Street Day in Münster, das der Polizei zur Verfügung gestellt werden konnte. Darauf war nach Behördenangaben auch der Verdächtige zu sehen. Fotos oder Videos von der brutalen Attacke scheint es bislang indes nicht zu geben.

Münster stehe für Weltoffenheit, Vielfalt und Zivilcourage, betont die Polizeipräsidentin. „Der schreckliche Vorfall zeigt, wie wichtig es ist, dass wir diese Werte schützen und als Gesellschaft zusammenstehen.“ Die Polizei wolle mit ihrer Arbeit einen Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft leisten, so Dorndorf weiter.

Der traurige Vorfall in Münster löste ein bundesweites Echo aus. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) schrieb am Samstag auf Instagram, es handele sich nicht um einen Einzelfall. „Das ist die traurige Folge von zunehmender Queerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft, die viel zu oft tödlich endet.“

Queerfeindliche Einstellungen werden nach Einschätzung des Lesben- und Schwulenverbands durch soziale Medien verstärkt.

Oberbürgermeister darf nicht reden

Zu Irritationen war es am Freitagabend im Zuge der großen Demonstration anlässlich der Gewalttat beim CSD-Ständefest gekommen. Offenbar kurzfristig hatten die Organisatoren Oberbürgermeister Markus Lewe von der Rednerliste gestrichen. Die Politik sollte an diesem Abend schweigen, das traf auch den von der Bürgerschaft gewählten OB. So ergriffen nur Vertreterinnen und Vertreter von Queer-Gruppen das Wort.

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