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CDU-Reihe „Starke Schulen – starke Zukunft“

Religionsunterricht: Leitkultur im Unterricht

Münster

Thema des vierten Abends im Rahmen der CDU-Reihe „Starke Schulen – starke Zukunft“ war am Montag „Leitkultur im Unterricht“. Dabei kristallisierte sich schnell die Frage nach dem Sinn und der Notwendigkeit eines verpflichtenden Religionsunterrichts heraus.

Christina Jürgensen

Diskutierten auf dem Podium (v.l.): Erwin Kress, Marcus Hoffmann, Moderator Andree Burke, Prof. Thomas Sternberg sowie Prof. Mouhanad Khorchide. Foto: cht

Dabei diskutierten mit dem Publikum im Café der Stadtbücherei Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (Leiter des Zentrums für islamische Theologie Münster), Erwin Kress (Präsident des Landesverbandes NRW des humanistischen Verbandes Deutschland), Marcus Hoffmann (Vorsitzender des Verbandes katholischer Religionslehrer im Bistum Münster) und Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg (Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken) über die Wertevermittlung durch Schule und Elternhaus.

Frage nach dem Religionsunterricht

Als ein zentrales Thema kristallisierte sich schnell die Frage nach dem Sinn und der Notwendigkeit eines verpflichtenden Religionsunterrichts heraus. Der Humanist Erwin Kress plädierte für eine Wertevermittlung in Form eines „Ethikunterrichtes“ ohne eine Glaubenslehre im Hintergrund.

Er verwies dabei auf die steigende Zahl von Schülern ohne Religionszugehörigkeit und die bereits angebotenen „Ersatzfächer“ wie Werte und Normen (Niedersachsen) und Ethik (Berlin). Religionsunterricht würde er lediglich als freiwilliges Wahlfach befürworten.

Moderne Wertevermittlung

Dagegen argumentierten Khorchide, Hoffmann und Sternberg mit der traditionellen Rolle der Religion als Grundlage für gesellschaftliche Werte. Gleichzeitig betonten sie, dass gerade in Zeiten des religiösen Fundamentalismus und des gleichzeitigen gesellschaftlichen Wertewandels das Wissen um die eigene Religion unerlässlich sei.

Hoffmann betonte, dass moderner Religionsunterricht an Schulen ohnehin vor allem eine Lehre von den verschiedenen Religionen sei und kaum noch etwas mit dem katechetischen Unterricht von vor 30 oder 40 Jahren gemein habe. „Diese weit verbreiteten Vorurteile ärgern mich“, so Hoffmann.

Islamunterricht an Schulen

Auch Mouhanad Khorchide als Professor für islamische Religionspädagogik an der WWU machte deutlich, dass islamischer Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ähnlich ausgerichtet sei wie der der christlichen Konfessionen und nicht vergleichbar mit dem Unterricht in Moscheen.

Vor diesem Hintergrund sprach sich auch Thomas Sternberg deutlich für Islamunterricht an Schulen mit staatlich ausgebildeten Lehrern aus und nannte dessen flächendeckende Einführung „überaus dringlich“. Schließlich trage ein solcher Unterricht essenziell zu der notwendigen Verständigung zwischen Muslimen und Christen bei.

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