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Ausstellung „Der Mensch dahinter“

Respekt und Wertschätzung für Einsatzkräfte

Münster

Steine fliegen bei Demos gegen Polizisten, Rettungskräfte werden angegriffen: Polizisten, Feuerwehrmänner und Rettungssanitäter berichten in einer neuen Ausstellung von ihrem Berufsalltag. Und vor allem davon, was sie belastet.

Von Helmut P. Etzkorn

Im Foyer des Landeshauses sind eindrucksvolle Bilder und Texte von und mit uniformierten Einsatzkräften zu sehen. Die Ausstellung „Der Mensch dahinter“ wurde von Innenminister Herbert Reul eröffnet. Foto: hpe

Neben ihren großformatigen Porträtbildern an den Stellwänden im Foyer des Landeshauses beschreiben Menschen in Uniform, wie sie ihren Berufsalltag als Feuerwehrmann, Polizist oder Rettungssanitäter wahrnehmen, was sie belastet und wie sie behandelt werden. Steine fliegen gegen Ordnungskräfte bei Corona-Versammlungen, Sanitäter werden im Rettungswagen zusammengeschlagen, Feuerwehrmänner werden mit Silvesterraketen beschossen. Und im Internet sind Beleidigungen und Hasskommentare gegen Einsatzkräfte ohnehin längst an der Tagesordnung.

Die in Münster gegründete und inzwischen landesweit geschätzte „Initiative für Respekt und Toleranz“ möchte vor dem Hintergrund zunehmender Übergriffe auf Beschäftigte in Uniform mit der am Freitag im Landeshaus eröffneten Bilderschau „einen Beitrag zu einem respektvolleren Umgang in der Gesellschaft leisten“, so Initiatorin An­drea Wommelsdorf.

Schweigeminute für ermordete Polizisten

Bei einem Festakt, eingeleitet mit einer Schweigeminute für die am Montag ermordeten Polizisten, würdigte Landesinnenminister Herbert Reul das mit viel Engagement und Herzblut entwickelte Projekt. „Wer in diesem Land Uniformierte bedroht, muss mit Gegenwehr rechnen. Wir als Gesellschaft sind aufgerufen, die zu schützen, die uns schützen.“ Reul forderte von der Gesellschaft „eine Haltung, die von Wertschätzung, Vertrauen und Respekt getragen wird“.

Für den Direktor des Landschaftsverbandes, Matthias Löb, ist besonders bemerkenswert, dass die Idee zur Ausstellung nicht aus betroffenen Behördenkreisen, sondern aus der Mitte der Bürgerschaft gekommen sei. Die Bilder mit ihren Begleittexten dokumentierten „den hohen Leidensdruck der Beamten und Ehrenamtlichen und treffen den Nerv“, so Löb.

Ausstellung ist zwei Wochen in Münster zu sehen

Andrea Wommelsdorf plant mit ihrem Team (Burkhard Knöpker, Charlotte Beck und Dr. Dirk Reinhardt) bereits eine Zweitauflage des Projekts. Die Ausstellung ist in Münster noch bis zum 18. Februar zu sehen, dann soll sie in die Münsterlandkreise wandern, erste Kontakte nach Düsseldorf und Berlin sind ebenfalls geknüpft.

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