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Tiefen-Erdwärme

Route der Geothermie-Messungen im Münsterland umgeplant

Münster

Unerwartete Probleme: Die Suche nach Kalkstein unterm Münsterland läuft schleppender als geplant. Damit verschieben sich auch die Termine für das nächtliche „Wummern“.

Von Stefan Werding und Christina Lefarth

Diese Messfahrzeugen sind derzeit im Münsterland unterwegs. Foto: Gemeinde Senden

Ein Sprecher des geologischen Dienstes sagte am Montag, dass die Vibrationsfahrzeuge langsamer fahren müssten, weil sonst die Häuser, an denen sie vorbeifahren, zu stark erschüttert würden. Nach dem Start am Donnerstag (11. November) habe der Konvoi bis Montag schon „mehr als einen Tag“ verloren.

Bei dem Verfahren senden fünf Fahrzeuge Schallwellen mehrere tausend Meter tief in die Erde, deren Reflexionen spezielle Mikrofone wieder auffangen. Ziel ist es, dass daraus neue Karten des münsterländischen Untergrunds entstehen, auf denen Geologen Kalkstein orten können. In dessen Poren, Rissen und Kluften fließt heißes Wasser. Das soll genutzt werden, um Häuser im Münsterland heizen zu können, ohne CO2 zu produzieren.

„Technische Probleme“ bei den Messungen

„Es gibt technische Probleme“, sagte der Sprecher. So habe eins der Vibrationsfahrzeuge ausgetauscht werden müssen. Um die Häuser entlang der Teststrecke nicht zu stark zu belasten, würde zudem nicht mit fünf, sondern nur mit zwei Fahrzeugen gemessen. Deshalb dauere es länger, bis die Messergebnisse in der erforderlichen Qualität vorliegen.

Der Lärm der „wummernden Truppe“ sei zwar beträchtlich, die Behinderungen in der Nacht aber deutlich niedriger, als wenn sie tagsüber messen würde.

Strecke durchs Münsterland

In der Nacht vom 11. auf den 12. November wurde mit den Messungen in Kasewinkel, östlich von Münster, an der Grenze zu Telgte, gestartet. Dabei halten die schweren Spezialfahrzeuge, sogenannte Vibrations-Trucks, alle 40 Meter an und setzen eine Rüttelplatte auf den Boden, die das Erdreich zum Beben bringt. Diese Signale werden in bis zu sechs Kilometer Tiefe von verschiedenen Gesteinsschichten reflektiert und von Mikrofonen, sogenannten Geophonen, wieder aufgefangen.

Video in Kooperation mit dem WDR (vom 12. November):

Damit es zu keinen Schäden an Gebäuden kommt, führt ein kleiner Messtrupp parallel Erschütterungsmessungen durch und darauf achtet, dass der gesetzlich bestimmte Wert, ab dem Schäden auftreten könnten, nicht überschritten wird.

Routenplanung wird geändert

Den ursprünglichen Plänen zufolge sollten die Messungen ab diesem Dienstag (15. November) von Münster-Albachten über Senden-Bösensell nach Nottuln-Appelhülsen führen (ursprüngliche Streckenführung als pdf).

Ab Mittwoch (17. November) sollte es dann von Sendenhorst im Kreis Warendorf sukzessive in Richtung Münster und dann weiter durch den Kreis Coesfeld (Havixbeck und Billerbeck) gehen, wo die Messungen am 27. November (Samstag) beendet werden sollten. 

Die Vibrationsfahrzeuge werden nun anders als geplant nicht von Münster bis Senden fahren, sondern nur bis zur Autobahn 1, um dann durch Münster und dann weiter nach Sendenhorst zu fahren. Ist der Abschnitt bewältigt, macht die Kolonne da weiter, wo sie aufgehört hat und fährt nach Senden weiter.

Gründe für die Verzögerungen sind offenbar Erschütterungen der Häuser entlang der Strecke. Damit die nicht zu groß werden, können die nötigen Wellen, die in den Untergrund geschickt und deren Reflexionen später von speziellen Mikrophonen aufgenommen werden, nicht in der geplanten Menge und Intensität ausgesandt werden.

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