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Diskussion über Verdrängung von Autos aus der Innenstadt

Ruf nach nach besserem ÖPNV wird in der Debatte laut

Münster

Die Debatte um die Verdrängung von Autos aus Münsters Altstadt nimmt weiter an Fahrt auf. Auch die Leser unserer Zeitung diskutieren das Thema intensiv und kontrovers wie die Politik. Hier ein Überblick:

Von Dirk Anger

Die Rathaus-Koalition will die Pferdegasse und den Parkplatz am Dom schließen. Foto: Oliver Werner

Das Thema Verkehr trifft den Nerv der Menschen aus Münster und dem Umland. Das zeigen die Reaktionen auf den Debatten-Aufruf unserer Zeitung. Allein auf unserer Facebook-Seite findet sich eine dreistellige Zahl von Kommentaren. Viele zeigen durchaus Verständnis für den eingeschlagenen Weg, Autos aus der Innenstadt verdrängen zu wollen, knüpfen dieses aber an die Notwendigkeit von Alternativen.

„Wo sind die Ladestationen für E-Autos? Warum werden an den Ausfallstraßen keine P&R-Parkplätze bzw. -häuser gebaut mit Pendelverkehr mit Bussen?“, fragt etwa Nutzer Michael Lachnit. Es gehe nur mit einem Mix aus allen Verkehrsmitteln. Und Marcus Brand warnt: „Bitte nicht der Fahrradromantik unterliegen, dass sich durch Sperrungen schon alles regelt, das funktioniert nicht.“

Sorge um Geschäfte

Sven Flake Svenssons legt Wert darauf, dass man die Menschen bei der Verkehrswende mitnehmen müsse – „erklären, ausloten, heranführen, vermitteln, reden“. Sonst drohe eine gute Sache zu scheitern.

Den Blick von außen trägt Hermann Richter in die Debatte – und ein Dilemma: „Ich musste wie viele andere aus Münster wegziehen weil ich keine Wohnung finde.“ Auf dem Land gebe es aber kaum einen funktionierenden ÖPNV, um nach Münster zu kommen. „Also habe ich ein Auto.“

Nicht wenige Nutzerinnen und Nutzer warnen vor den Folgen einer Abschottung. „Mal schauen, wie viele Geschäfte demnächst leer stehen“, äußert Frank Heitmann seine Befürchtung. In der Regel gehe man da einkaufen, wo man direkt parken könne. „Münster wird sich in den nächsten Jahren aus der ersten Liga der Einkaufsstädte verabschieden“, sagt Icke Bins voraus. Andere Städte hätten einen gut ausgebauten ÖPNV. „In Münster/Münsterland ist er unterirdisch.“

Geisterstadt oder attraktive Innenstadt?

Ein anderes Problem beschreibt Christiane Alt-Epping. Die Altstadt habe einen Durchmesser von gut einem Kilometer. „In diesen Raum hat man dämlicherweise sieben Parkhäuser gepackt.“ Fine Meyer schwant wegen der Verdrängung von Autos Böses: „Erst wenn Münster eine Geisterstadt ist, werden einige begreifen, dass man von rot gepinselten Straßen nicht leben kann.“ Dagegen will Tobi Janning künftig öfter in die City kommen. „In der Innenstadt haben Autos nichts zu suchen.“

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