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Flashmob für faire Musikhonorare

Rund 120 Musiker „flashen“ Münsters Prinzipalmarkt

Münster

Mit einem Musik-Flashmob vor dem Rathaus forderten am Dienstag 120 Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland höhere Mindesthonorare für Freischaffende.

Von Margaux de Poortere

Flashmob für faire Musikhonorare : Mit einem Musik-Flashmob vor dem Rathaus der Stadt Münster (Westfalen) forderten am Dienstag 120 Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland einen "gerechten Lohn" für hochqualifizierte musikalische Tätigkeiten. Foto: Matthias Ahlke

Rund 120 professionelle Musiker und Mitwirkende aus ganz Deutschland stimmten nach Aufruf der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) am Dienstagmittag vor dem Rathaus Münster zum Auftakt der deutschlandweiten Flashmob-Kampagne „GoodPlay.FairPay.“ an. Hintergrund bilden die niedrigen Mindesthonorare für freischaffende Musiker – ein Zustand, der für viele Musiker dringend nach Veränderung ruft.

Dass vor allem freischaffende Künstler von den geringen Löhnen ihrer Arbeit oft am Existenzminimum leben, steht seit den vielfachen Aufschreien im Zuge der Corona-Pandemie einmal mehr öffentlich zur Diskussion. Davon können gerade auch freischaffenden Musiker sprichwörtlich ein Lied singen.

Durchschnittseinkommen: 1182,58 Euro im Monat

Denn mit einem Durchschnittseinkommen von gerade mal 1182,58 Euro im Monat kann von einer fairen Entlohnung einer jahrelangen Musikausbildung nur kaum die Rede sein, wie DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens ausdrücklich betont: „Wenn man sich einmal vorstellt, dass die freischaffenden Musiker hieraus nicht nur den Lebensunterhalt oft für Familie und Kinder bestreiten müssen, sondern davon auch Beiträge für die Renten- und Krankenkassen sowie die hochwertigen Musikinstrumente, deren Pflege und andere notwendigen Berufsausgaben abgehen, ist diese prekäre Lebenssituation eindeutig nicht länger tolerierbar.“ Dem stimmt auch Michael Irion, DOV-Leiter der Rechtsabteilung zu, der die Forderung von künftig mindesten 250 Euro bei öffentlichen geförderten Musikprojekten ebenfalls als gerechtfertigt und unumgänglich ansieht.

20-Minuten-Flashmob vor dem Rathaus

Zu diesem Anlass rief die Deutsche Orchestervereinigung, die in Münster gegenwärtig ihre nationale Delegiertenversammlung durchführt, erstmals zum Musikalischen Flashmob auf. Und „geflasht“ wurde der Prinzipalmarkt mit Erfolg, beteiligten sich rund 120 festangestellte sowie freischaffende Musiker und Sänger aus ganz Deutschland an der gut 20-minütigen Aktion - darunter zum Beispiel Musiker aus dem Leipziger Kammerorchester, dem Solistenensemble deutscher Rundfunkchöre und verschiedenen Gesangsstudierende, die mit bunten Schildern und orchestraler Untermalung zu einer aktuellen sowie zum Thema passenden Fassung Johann Sebastian Bachs Choral „Himmelschreiende Sünde“ die Aufmerksamkeit der vorbeigehenden Passanten sichtlich auf sich lenkten. Für viele begeisterte Passanten hätte diese nur kurzweilige Aktion da gern auch noch etwas länger gehen können.

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