1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Saubere Abfallentsorgung bei Remondis

  6. >

Fahrzeuge mit Bio-Erdgas-Antrieb

Saubere Abfallentsorgung bei Remondis

Münster

Saubere Sache: Der Entsorger Remondis setzt jetzt in Münster zwei Fahrzeuge mit Bio-Erdgas-Antrieb ein. Und die haben noch einen weiteren Vorteil. 

Von Jan-David Runte

Das neue Fahrzeug wird an der Westfalen-Tankstelle betankt. Thorsten Feld (Remondis, l.), Ralf Mertins (Stadtwerke, 2.v.l.) und Andre Stracke (Westfalen-Tankstelle, r.) sind darüber sichtlich erfreut. Foto: Matthias Ahlke

15 bis 20 Minuten dauert das Auftanken. 120 Kilogramm Erdgas fassen die beiden neuen Abfuhrfahrzeuge von Remondis, die jetzt im Stadtgebiet im Einsatz sind. Zwei von acht Fahrzeugen der Remondis-Flotte in Münster laufen nun mit einem Bio-Erdgas-Antrieb. „Auf diese Weise wollen wir der Nachhaltigkeit Rechnung tragen“, sagt Thorsten Feldt, Geschäftsführer von Remondis. Das Pilotprojekt soll untersuchen, wie klimafreundlichere Antriebe in Münsters Abfuhrlogistik eingesetzt werden können.

Für den Bio-Erdgas-Antrieb habe man sich entschieden, weil Wasserstoff und E-Mobilität bei so großen Fahrzeugen nicht effizient genug seien. „Bei einem Elektroantrieb kann man 30 Prozent weniger Ladung aufnehmen“, sagt Michael Schneider, Pressesprecher von Remondis. Zudem wäre das Aufladen bei den 30 bis 100 Kilometer langen Touren der Abfuhrfahrzeuge schwierig. Da sei ein Erdgas-Antrieb als klimafreundliche Alternative zum Diesel die richtige Lösung.

Flotte soll weiter ausgebaut werden

Anfang des Jahres begannen die Planungen für den Versuch. Nun wurden die beiden Fahrzeuge angeschafft – über die nächsten Monate wird der Versuch bewertet. Kommt es zu einem positiven Ergebnis, will Remondis seine Flotte an klimafreundlichen Fahrzeugen weiter ausbauen. „Das ist eine Mammutaufgabe“, sagt Schneider. Aber Münster soll bis 2030 klimaneutral werden – und Remondis wolle sich an die gesetzlichen Vorgaben halten.

Ganz einfach ist die Umstellung nicht. Die beiden Abfuhrfahrzeuge können nur an zwei Bio-Erdgas-Tankstellen in Münster betankt werden. Das müsse bei der Tourenplanung berücksichtigt werden.

Fahrzeuge sollen leiser sein

Das Bio-Erdgas komme ausschließlich aus Deutschland und werde aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen – zum Beispiel aus Reststoffen der Zuckerproduktion. An den beiden Tankstellen in Münster werden so im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen etwa 930 Tonnen CO2 jährlich eingespart, so Remondis.

„Die verwendete Biomasse hat der Atmosphäre im Wachstumsprozess bereits CO2 entzogen“, sagt Schneider. Deswegen sei der Einsatz von Bio-Erdgas ökologisch sinnvoll. Die Fahrzeuge sollen außerdem um bis zu zehn Dezibel leiser sein als die sonst üblichen Diesel-Fahrzeuge.

Teurer als Diesel-Fahrzeuge

Das Projekt sei ein erster Schritt zu einer klimafreundlichen Abfuhrlogistik. Zwei der acht Fahrzeuge, die Remondis in Münsters Stadtgebiet betreibt, laufen nun mit Bio-Erdgas. Im Münsterland ist Remondis mit 65 Fahrzeugen vertreten.

Da die Bio-Erdgas-Fahrzeuge noch nicht massenweise produziert werden, sind sie etwas teurer als die Diesel-Fahrzeuge. Aber das wird sich laut Schneider in den nächsten Jahren legen. Er betont zudem noch: „Wir brauchen einen Kraftstoffmix.“ Nur mit einer einzelnen Antriebsform sei die Energiewende nicht möglich.

Startseite