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WN-Spendenaktion: Fünf neue Regenwasserzisternen

Sauberes Wasser rettet Leben

Ostbevern

Laut UN-Bericht haben etwa 771 Millionen Menschen weltweit keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bei einer dieser besonders betroffenen Gruppe handelt es sich um die Bevölkerungsgruppe der Indigenen in Ruanda.

Im Nordwesten Ruandas an der Grenze zum Kongo stehen die Menschen an einer Wasserquelle an. Erkrankungen durch wasserbrütige Erreger und unsauberes Trinkwasser sind die zweithäufigste Todesursache für Kinder in vielen Ländern des globalen Südens. Umso glücklicher sind die Menschen, die über die Regenwasserzisternen sauberes Trinkwasser bekommen. Foto: 1000 Hügel

Laut UN-Bericht haben etwa 771 Millionen Menschen weltweit keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Schätzungen zufolge werden in gut 15 Jahren fast 600 Millionen Kinder in Gegenden ohne ausreichenden Zugang zu Wasser leben. Betroffen sind vor allem Menschen in den ärmeren Regionen der Welt – und dort vor allem in den ländlichen Gebieten. Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts, Alters, sozioökonomischen Status, ethnischen oder religiösen Identität ohnehin benachteiligt oder diskriminiert werden, haben noch seltener Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen als andere. Bei einer dieser besonders betroffenen Gruppe handelt es sich um die Bevölkerungsgruppe der Indigenen in Ruanda.

„Ursprünglich haben diese Menschen im und vom Wald gelebt“, weiß die Vorsitzende des Vereins „1000 Hügel“ Janine Frönd. Doch dann seien ihre Wälder zu Nationalparks erklärt worden – zum Schutz der Gorillas. Die dort lebenden Menschen wurden umgesiedelt – allerdings ohne jemals so etwas wie eine Entschädigung dafür bekommen zu haben, geschweige denn, dass sie an ihren neuen Wohnstätten Zugang zu Trinkwasser hätten.

Wasser ist braun, riecht und voller Bakterien

Das einzige Wasser, das zur Verfügung steht, ist undefinierbar braun gefärbt, riecht und es wimmelt von Dreck und Bakterien. Die Folge: Krankheiten und Todesfälle sind an der Tagesordnung. „Jedes dritte Kind dieser Bevölkerungsgruppe erlebt seinen fünften Geburtstag nicht.“ Als Janine Frönd das erzählt, muss sie, die selber Mutter ist, tief durchatmen. Doch sie fährt fort. Der Altersdurchschnitt dieser Indigenen liege bei gerade einmal 38 Jahren. „Das sieht im Rest Ruandas deutlich anders aus.“

Über 140 000 Euro auf dem Konto

Ihre Herkunft und die hohe Analphabetenquote führen zu Diskriminierung und Stigmatisierung, die sich im Alltag mit Mitmenschen, aber auch im mangelnden Zugang zu Bildungs- und Gesundheitsangeboten zeigen. Der Verein „1000 Hügel“ arbeitet immer mit lokalen Partnern zusammen, die die Situation und die Bedürfnisse vor Ort sehr gut kennen. Sauberes Trinkwasser und menschenwürdige Arbeit sind die wichtigsten Punkte auf ihrer Prioritätenliste zur Verbesserung der Situation der indigenen Bevölkerungsgruppe. Doch bevor es im letztgenannten Änderungen geben kann, muss Grundlegendes geschaffen werden: Die Verbesserung der Gesundheit durch sauberes Wasser.

Kinder sterben an Durchfall

Mit sauberem Wasser können Infektionskrankheiten vermieden und durch bessere Hygiene auch die hohe Kindersterblichkeitsrate reduziert werden. „Jeden Tag sterben weltweit mehr als 700 Kinder an vermeidbaren Krankheiten wie etwa Durchfall, die durch verunreinigtes Wasser oder mangelnde Hygiene hervorgerufen wurden. Dieses Leid und der Verlust der Familien ist vermeidbar. Sauberes Wasser rettet Leben“.

Vier Projekte, ein Konto

Da es in der Gegend, in der die indigene Bevölkerung lebt, keine natürliche Trinkwasserquelle gibt und die Verlegung von Leitungen extrem teuer ist, habe man sich in enger Absprache mit den Partnern vor Ort für Regenwasserzisternen entschieden. Inzwischen konnte der Verein fünf Zisternen in Betrieb nehmen. „Damit können rund 1000 Menschen versorgt werden“, so die Vorsitzende, und es folgt sogleich ein aber: „Da ist noch viel Luft nach oben. Der Bedarf ist einfach riesig.“

Nutzen der Zisternen ist enorm

Rund 4700 Euro koste aktuell eine Zisterne. Weitere Kostensteigerungen nicht ausgeschlossen. Dennoch, der Nutzen dieser Zisternen sei enorm. In Ruanda gebe es vier Regenzeiten, sodass sich die Zisternen, die einen 20 000 Liter-Tank besitzen, immer wieder auffüllen und die Menschen versorgen können. „Wenn man die Menschen und das Leid dort sieht, dann macht das sehr demütig, aber auch dankbar für das, was man selber hat. Aber ich fühle mich auch verpflichtet, die Situation in Ruanda nicht zu ignorieren. Wir wollen denen eine Stimme geben, die keine haben“, sagt Janine Frönd.

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